Dun & Bradstreet: Jedes dritte Unternehmen im Verzug
Säumige Zahler gefährden Mittelstand

Deutschlands Mittelstand kämpft seit einigen Jahren mit der schlechten Zahlungsmoral seiner Kunden. Auftraggeber, die für bereits erbrachte Leistungen nicht oder deutlich verspätet zahlen, bringen viele Unternehmen in akute Existenznot. So schätzt der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes, dass jede vierte Insolvenz auf schlechte Zahlungsmoral zurückzuführen ist.

lü HB DÜSSELDORF. Dass vorerst keine Besserung in Sicht ist, zeigt eine aktuelle Untersuchung der Wirtschaftsauskunftei Dun & Bradstreet Deutschland (D&B) für das 1. Quartal 2005. Danach begleicht jedes dritte Unternehmen seine Rechnungen mit Verzug. Die Studie basiert auf einer jährlichen Auswertung von 330 Millionen Rechnungen. Mit Ausnahme der Telekommunikationsbranche sei in allen Wirtschaftszweigen der Anteil der pünktlichen Zahler deutlich zurückgegangen, berichtet D&B-Sprecherin Susanne Hagemann.

Besonders belastet sei der Sektor Transport und Verkehr. Gründe hierfür könnten die zu Jahresbeginn eingeführte LKW-Maut sowie der unvermindert hohe Ölpreis sein. Der Anteil der fristgerechten Zahler verringerte sich auf 59,8 (60,7) Prozent der untersuchten Rechnungen. Dagegen stieg in der Branche die Anzahl der Zahlungssünder, die ihre Rechnungen erst mit einer Verspätung von 105 Tagen oder mehr zahlen: Im März waren das immerhin 4,6 Prozent der untersuchten Rechnungen. Nur das Handwerk (7,2 Prozent), das Baugewerbe (6,9 Prozent) und die Textilindustrie (5 Prozent) zahlen noch schlechter.

Die Folge der sinkenden Zahlungsmoral: Kleine und mittlere Unternehmen (KMU) geraten in Schwierigkeiten, weil sie immer häufiger teure Lieferantenkredite in Anspruch nehmen müssen. Das zeigt eine Studie der Euler Hermes Kreditversicherungs-AG. Für 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland seien Forderungsausfälle ein bedrohliches Risiko. Kommt noch die verschlechterte Zahlungsmoral hinzu, dann geraten auch bisher gesunde Unternehmen immer öfter in Liquiditätsengpässe.

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