Duty-Free Gebr. Heinemann „Die Russen fehlen uns“

Die Gebr. Heinemann dominieren den Duty-Free-Markt von Porto bis nach Moskau. Doch die hohe Abhängigkeit von Europa ist auch die Achillesferse des Familienunternehmens.
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Eine Frau im Duty-Free-Shop im Flughafen Frankfurt: Die gesunkene Kauflust der Russen spüren auch die besonderen Läden. Quelle: Reuters
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Eine Frau im Duty-Free-Shop im Flughafen Frankfurt: Die gesunkene Kauflust der Russen spüren auch die besonderen Läden.

(Foto: Reuters)

HamburgIhr Name ist kaum bekannt, dabei hat ein jeder, der in einem Flughafen warten musste, wohl schon einmal mit ihnen zu tun gehabt. Mit einem Umsatz von 2,4 Milliarden Euro und 6000 Mitarbeitern sind die Hamburger Gebr. Heinemann mittlerweile der drittgrößte Duty-Free-Händler der Welt - und ein Familienunternehmen.

Gemeinsam mit seinem Cousin Claus führt Gunnar Heinemann das Unternehmen seit über drei Jahrzehnten. Die Firmenzentrale erinnert an die Wurzeln des Unternehmens: ein roter Backsteinbau in der Hamburger Hafencity in unmittelbarer Nähe des Maritimen Museums. Früher war hier das Warenlager der Heinemänner, von hier gingen Spirituosen und Tabakwaren auf die Butterkutter. Als Claus und Gunnar in den Familienbetrieb einstiegen, wurde damit noch das meiste Geld verdient.

Seitdem hat sich das Geschäft enorm verändert, unter der Führung der ungleichen Cousins sind die Gebr. Heinemann auf Konzerngröße gewachsen. Geld verdient das Familienunternehmen heute vor allem an den Flughäfen, aber auch auf Fähren, als Lieferant für Botschaften oder in sogenannten Bordershops, also Schnäppchenmärkten direkt hinter der Grenze. Selbst der Vatikan kauft seinen Wein bei den Hamburgern. Spirituosen und Tabakwaren sind aber nicht mehr ihre wichtigsten Produkte, sondern Parfüm und Kosmetik.

Doch ihr Geschäft gilt als hart umkämpft. Mitte 2014 fusionierten die Konkurrenten Dufry und Nuance und stiegen damit zum unangefochtenen Weltmarktführer auf. "Nuance hätten wir auch kaufen können", sagt Claus Heinemann. Doch man habe die eigene Identität bewahren wollen. Für ein Familienunternehmen ist eine Fusion immer zugleich eine Gefahr für die Firmenkultur. Darum setzen die Hanseaten auf organisches Wachstum und lokale Partnerschaften. "Wir sind als Familienunternehmen 135 Jahre am Markt. Da haben wir eine viel höhere Glaubwürdigkeit, was die langfristige Ausrichtung angeht, als ein in Quartalsabständen agierendes börsennotiertes Unternehmen", erklärt Gunnar Heinemann.

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