Eigenkapital
Kreditkrise weckt Zweifel an Basel II

Die jüngste Kreditkrise und hohe Verluste bei großen internationalen Banken haben Zweifel daran geweckt, ob die in langen Jahren vom Basler Ausschuss für Bankenaufsicht erarbeitete neue Eigenkapitalregelung ihre erste Feuerprobe bestanden. Basel II ist doch zu weit von der Realität der Märkte entfernt, warnen Kritiker.

HB ZÜRICH. Das komplexe Regelwerk Basel II ist zwar noch nicht formell eingeführt. Viele Banken wenden die Vorschriften aber schon an, die das Risikomanagement der Banken verbessern und Transparenz und Stabilität im das internationale Finanzsystem gerade in Krisenzeiten sichern sollen.

Die Tatsache, dass eine ganze Anzahl von Banken große Verluste aus Risiko-Investitionen einräumen musste, führe zu der Frage, ob Basel II nicht bereits zu weit von der Realität der Märkte entfernt sei, erklärte Analyst Luis Maglanoc von UniCredit kürzlich in einem Kommentar.

Andere Kritiker merken an, Basel II hinke vor allem dem weit hinterher, was inzwischen an den Märkten für strukturierte Produkte entwickelt worden ist. Sie bemängeln, dass Basel II für umgepackte Risiken - wie etwa Asset- oder Mortgage-Backed Securities - weniger Risikovorsorge zur Auflage macht als für die Kredite selbst.

An sich war man der Ansicht, dass die Bündelung von Krediten wie etwa Hypotheken mehr Stabilität und eine Risikominderung bringen würde. Eine Ansicht, die wohl auch von Ratingagenturen geteilt wurde. Sie hatten Fonds in diesem Bereich gute Noten gegeben.

Doch der Kollaps im amerikanischen Subprime-Markt hat gezeigt, dass die neu verpackten Instrumente nicht mehr wert sind als die Kredite, die ihnen zu Grunde liegen. „Müll wird eben nicht dadurch zu Gold, dass er neu verpackt wird“, sagte Maglanoc.

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