Eine russische Erfolgsgeschichte
Lukrativer Lauschangriff

Wenn die US-Truppen in Afghanistan eines Tages El-Kaida-Chef Osama bin Laden fangen sollten, dann haben sie das vielleicht auch russischen Wissenschaftlern zu verdanken.

HB ST.PETERSBURG. Als amerikanische Fahnder bei der Auswertung arg rauschender Abhör-Mitschnitte mit ihrem Know-how am Ende waren, wandten sie sich an die Firma Speechpro aus St. Petersburg. Die Spezialisten für Sprachtechnik konnten aus den Bändern wichtige Informationen herausfiltern. Vorherige Versuche in den USA und in Großbritannien waren gescheitert. Auch Belgiens Polizei kam mit Hilfe der Russen auf die Spur eines gesuchten Mafioso. Die Aufnahmen des Todeskampfes auf dem gesunkenen Atom-U-Boot „Kursk“ werteten die Spezialisten von der Newa ebenfalls aus.

Speechpro verkauft nicht nur selbst entwickelte Hightech-Produkte zur Rauschunterdrückung, Spracherkennung oder Aufnahmetechnik, sondern bietet auch den Service dazu an, wie Firmenchef Michail Chitrow erzählt. Für Forscher, die bis zum Zerfall der Sowjetunion hinter verschlossenen Türen Überwachungstechnik für Polizei und Geheimdienste entwickelten, ist das keine Selbstverständlichkeit. „Russland ist mittlerweile ein Land, das nicht nur mit Rohstoffen, sondern auch mit seinen Wissenschaftlern Geld verdienen kann“, sagt Chitrow.

Für westliche Firmen, die im Auftrag der Sicherheitsbehörden biometrische Verfahren oder sprachgesteuerte Geräte entwickeln, ist Speechpro heute ein wichtiger Partner. Die St. Petersburger sind regelmäßiger Gast auf der Computermesse Cebit und Mitglied im deutschen IT-Branchenverband Bitkom. „Wir verkaufen inzwischen mehr im Ausland als in Russland“, erklärt Chitrow in seinem gerade mal neun Quadratmeter großen Büro. Das ist mit schlichten schwarzen Möbeln zugestellt und wird von einer riesigen Wandkarte dominiert. Orangefarbene Klebepunkte markieren alle Orte, an denen Speechpro aktiv ist.

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