Einkaufsparadies
Deutsche Konsumgüter in Hongkong gefragt

Mit Konsumgütern lässt sich in Hongkong gutes Geld verdienen. Angesichts sinkender Arbeitslosenzahlen und steigender Löhne ist die Bevölkerung sehr ausgabefreudig. Auch deutsche Unternehmen konnten 2005 ihre Umsätze kräftig steigern. Der Name des Herstellers spielt dabei eine ganz entscheidende Rolle.

bfai HONGKONG. Trotz der kleinen Bevölkerungszahl ist Hongkong innerhalb Asiens einer der attraktivsten Konsumgütermärkte. Die 7 Mio. Einwohner verfügen angesichts eines Pro-Kopf-Einkommens von 24.000 US-Dollar über eine enorme Kaufkraft. Da es so gut wie keine einheimischen Branchenproduzenten mehr gibt, muss die Sonderverwaltungsregion (SVR) nahezu 100% ihres Bedarfs aus dem Ausland importieren.

Für 2006 und 2007 rechnen Landeskenner mit einer weiterhin lebhaften Nachfrage. Die Bevölkerung holt nach schwierigen wirtschaftlichen Zeiten lang zurückgestellte Konsumwünsche nach. Zwischen März und Juni 2006 sank die Arbeitslosigkeit erstmals seit rd. fünf Jahren unter die magische 5-Prozent-Hürde. Die Anfangsgehälter der Universitäts- und Schulabgänger sind im Vergleich zu 2004 und 2005 kräftig angezogen.

Die Anzahl der ausländischen Touristen wächst ebenfalls stetig. Im Jahr 2005 kamen rd. 23 Mio. Besucher in die SVR. Bei über der Hälfte von ihnen handelt es sich um Chinesen. Sie verbringen ihren Aufenthalt vornehmlich mit ausgiebigen Shoppingtouren. Wie eine Erhebung des Tourism Board zeigt, geben sie pro Kopf deutlich mehr aus als Besucher aus den USA oder Europa.

Hongkong ist für die meisten Chinesen ein Einkaufsparadies, insbesondere wenn es sich um ausländische Produkte handelt. So werden weder Zölle noch Mehrwertsteuer erhoben. Die Einzelhandelspreise liegen daher im Vergleich zum benachbarten Festland um rd. 30% niedriger. Viele Chinesen legen z.T. jahrelang Geld zurück, um sich dann bei einem Besuch der ehemaligen britischen Kolonie etwas zu gönnen. Während sie an Restaurantbesuchen und Übernachtung sparen, verausgaben sie nach Aussagen der Tourismusbehörde etwa zwei Drittel ihres Reisebudgets in den Hongkonger Geschäften.

Ein Teil der Konsumgüternachfrage Chinas wird daher über die Hongkonger Händler befriedigt. Sie erwarten für 2006 und 2007 weiterhin steigende Umsätze. So dürfte nach der Eröffnung von Disneyland und der Lantau-Seilbahn eine größere Zahl von Chinesen der SVR einen Besuch abstatten und dort - auch angesichts der auf dem Festland rasch wachsenden Einkommen - mehr Geld ausgeben. Die Importe Hongkongs sind somit nur zu einem geringen Teil für die einheimische Bevölkerung bestimmt.

Die Nachfrage nach Luxusgütern japanischer und westlicher Hersteller ist besonders hoch. Für Handtaschen, Uhren, exklusive Bekleidung, Schuhe, Schreibwaren und Kosmetik verausgaben die Hongkonger pro Kopf wesentlich mehr als z.B. die Bevölkerung in Europa oder Nordamerika. Das Geschäft mit Möbeln und Haushaltswaren läuft vergleichsweise schlecht.

Japan ist der mit Abstand größte Lieferant von Konsumgütern. Das Land ist u.a. in der Spielzeugsparte, aber auch im Bereich von Haushaltselektronik führend. Die Schweiz dominiert hingegen den Markt für exklusive Uhren. Im Jahr 2005 erzielten die Eidgenossen mit Zeitmessern einen Umsatz von 1,6 Mrd. US-Dollar. Frankreich und Italien sind hingegen im Bereich Bekleidung, Accessoires und Kosmetik sehr gut aufgestellt.

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