Einrichtungsmarkt
Depot will in deutsche Wohnzimmer

Die Gries Deco aus dem fränkischen Niedernberg will ihre Marke „Depot“ in Deutschland bekannter machen. Dafür investiert das Unternehmen viel Geld - und wagt etwas Neues in der Depot-Geschichte.
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NiedernbergJedes Mal, wenn Christian Gries auf dem Weg ins Büro ist, begegnet er seiner größten Angst. Eine gläserne Front zur Linken des langen Ganges gibt den Blick frei in eine Lagerhalle. Dort stapeln sich braune Pakete, fahren Gabelstapler von einer Palette zur nächsten. "Die Ware für das wichtige Weihnachtsgeschäft ist da", sagt der 41-Jährige. "Aber ich mache mir Sorgen, dass wir sie nicht pünktlich in die Läden bekommen und die Nachversorgung zu lange dauert." Die Ware, das sind Dekorationsartikel wie Kerzen, Windlichter, Tassen, Vasen oder Kissen, aber auch Möbel.

Wir, das sind die 4 500 Mitarbeiter von Gries Deco aus dem fränkischen Niedernberg. Die Läden, das sind gut 370 Geschäfte namens Depot in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Gries ist der Chef des Unternehmens, das 2011 brutto 257 Millionen Euro umsetzte und in diesem Jahr um 35 Prozent zulegen wird. Wieder werden Ende Dezember 80 bis 90 neue Läden eröffnet sein. Geld verdient Gries Deco wegen des starken Wachstums und der Investitionen derzeit nicht; schwarze Zahlen sind erst in den nächsten Jahren geplant. Gries, dessen Großvater das Unternehmen 1948 gründete, hat ein Ziel: Er will die Marke "Depot" bekannter machen. "In Deutschland gibt es zehn Millionen potenzielle Kunden, die uns noch nicht kennen", sagt der Industriekaufmann.

Um das zu ändern, investiert er viel Geld und wagt etwas Neues in der Depot-Geschichte: Ab Mitte Oktober wirbt er im Fernsehen bei Sendern wie Sat 1, Pro Sieben und RTL. Die Produktion des TV-Spots kostete knapp eine Million Euro. Euro-Krise, drohende Konsumflaute? "Kein Problem", beteuert Gries. "Die Menschen bleiben öfter zu Hause und achten noch mehr darauf, es sich schön zu machen. Bei Depot geht das auch mit nicht so viel Budget." Jeder Artikel kostet im Schnitt fünf Euro. Aber: "Der Wettbewerb in diesem Preissegment ist hart. Die Margen sind gering, die Menge entscheidet", sagt Christian Koch vom Marktforscher GfK Living & Retail.

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"Potenzial für 600 Läden"

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  • Das GENIALE ist eine leere - L-EE-RE - Wohnung mit drei Zimmern. In einem Zimmer steht ein Bett. Im zweiten ein Schrank mit den Klamotten. Das dritte ist Wohnzimmer, Büro mit Tisch und Kegel, Sofa. Fertig. Firlefanz, was da DEPOT in die Räume schleusen will. Steht nur herum, muss abgestaubt werden...WENIGER IST MEHR!

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