Einstiegschancen für deutsche Firmen: Wachstumsmärkte liegen vor der Haustür

Einstiegschancen für deutsche Firmen
Wachstumsmärkte liegen vor der Haustür

Obwohl Drache und Tiger in Fernost locken – die wirklich interessanten Märkte für Mittelständler liegen oft direkt vor der Haustür. Vor allem die neuen EU-Länder im Osten locken. Handelsblatt.com nimmt diese Staaten in einer neuen Serie genauer unter die Lupe und zeigt, wo boomende Branchen und gute Einstiegschancen auf deutsche Firmen warten.

BRÜSSEL. Nah und vertraut: Die Nachbarländer Deutschlands punkten mit geografischer Nähe, solider Infrastruktur und geringen Transport- und Lieferkosten. Wie bedeutsam die EU-Nachbarn für die deutsche Wirtschaft sind, ist statistisch belegt: Mit knapp 500 Milliarden Euro gingen 2005 zwei Drittel der deutschen Ausfuhren in die EU. Im ersten Halbjahr 2006 stiegen die Lieferungen nochmals um zwölf Prozent. Vor allem die neuen Mitglieder holen auf.

Polen lockt mit Sonderwirtschaftszonen

Als der große unmittelbare Nachbar im Osten konnte Polen schon vor seinem EU-Beitritt zu einem wichtigen Handelspartner Deutschlands avancieren, der vor allem Kraftfahrzeuge, Maschinen und Anlagen, chemische Erzeugnisse und Teile zur Endmontage liefert. Die wachsende Kaufkraft in Polen lockt ferner zahlreiche Handelsketten ins Land. Nach Tesco, Metro und Praktiker kommt nun auch Aldi Nord.

Rund 7000 deutsche kleine und mittelständische Unternehmen haben den Schritt über die Grenze getan. In den ersten acht Monaten 2006 legten die deutschen Ausfuhren um beachtliche 34 Prozent auf 18 Milliarden Euro zu. Dabei ist das Potenzial bei Weitem nicht ausgeschöpft. Viele Marktsegmente sind noch nicht ausreichend bedient.

Beispiel Logistik: jährliche Wachstumsraten von 16 Prozent. Biomasse und Windkraft: Viele Projektentwickler strömen nach Polen, die Branche ist stark in Bewegung. Die Standortvorteile liegen auf der Hand: Niedrige Arbeitskosten, geringe Steuerlast, längere Arbeitszeiten, bessere Preise bei vielen Rohstoffen sowie der große Binnenmarkt sind echte Argumente. Dazu kommt die Nähe: Warschau ist keine zwei Flugstunden von Frankfurt/Main entfernt.

Bestimmte Branchen und Regionen stehen klar im Fokus. Um Lodz in Mittelpolen etwa konzentrieren sich Hausgerätehersteller, allen voran Bosch Siemens und die italienische Merloni. Im Windschatten der Endmonteure fährt die Zulieferindustrie, wie zum Beispiel die Wirthwein AG, ein deutscher Hersteller von Kunststoffteilen. Die Umgebung von Tychy bei Katowice hat sich dank der Produktionsstätten von Fiat und Opel zum Zentrum des Automobilbaus entwickelt. Zulieferer wie Delphi, Magneti Marelli und Teksid zeigen Präsenz. Isuzu begann als erstes Unternehmen eine Produktion von Dieselmotoren. Es folgten VW, Fiat/GM und Toyota.

Zu den weiteren Vorzeigeprodukten der polnischen Industrie gehören LCD- und Plasmabildschirme, Computer, Solarmodule, Schienenfahrzeuge sowie Maschinen und Anlagen. Als Hauptinvestoren und -handelspartner profitieren deutsche Unternehmen von dieser Dynamik in besonderem Maße.

Vorteilhafte Anlagemöglichkeiten und Steuervergünstigungen bieten 14 Sonderwirtschaftszonen. Bis 2017 gilt: Bis zu 50 Prozent der Anfangsinvestition können im Normalfall von der Steuer befreit werden. Für Mittelständler gilt gar ein Höchstsatz von 65 Prozent. Geld gibt es auch von der EU. Aus den Struktur- und Kohäsionsfonds fließen von 2007 bis 2013 mehr als 60 Milliarden Euro nach Polen. Rund 16 Milliarden Euro bekommen die 16 polnischen Verwaltungsbezirke, die Woiwodschaften, für Transport- und Umweltschutzprojekte.

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