Elektronik im Reinraum
Autohersteller verlangen nach präzisen Sensoren

Wie die Unternehmen anderer Industriebranchen setzen auch Autohersteller in sensiblen Produktionsbereichen auf Reinräume.

KÖLN. Wenn der Roboter die Karosserie in einen Lacknebel hüllt, muss absolute Sauberkeit herrschen. Und deshalb erhalten die Autos im BMW-Werk Leipzig ihre Farbe in so genannten Lackierkabinen, in deren Innern ein gefilterter, konstanter Luftstrom fließt. Schmutzpartikel bleiben draußen, damit sie sich nicht im Lack festsetzen. Schließlich soll die Oberfläche der Autos makellos glänzen, wenn sie vom Band laufen.

Wie die Unternehmen anderer Industriebranchen setzen auch Autohersteller in sensiblen Produktionsbereichen auf Reinräume. „In der Lackiererei war Sauberkeit schon immer oberstes Gebot“, sagt Volkswagen-Sprecher Hartmut Hoffman. Bei der Endmontage dagegen spielt Sauberkeit eher eine untergeordnete Rolle. Wo möglich, verzichten Hersteller hier auf besondere Reinheit. Denn: „Die Einführung von Reinräumen verändert den Produktionsablauf drastisch“, sagt Christian Ernst vom Fraunhofer Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA). „Für die Autohersteller bleibt daher die Gretchenfrage, wo Reinräume überhaupt notwendig sind und in welcher Qualität.“

Da Hersteller die Fahrzeuge mit immer mehr empfindlicher Elektronik wie Airbags, Antiblockiersystemen (ABS) und Navigationssystemen ausstatten, gewinnen Reinräume bei den Zulieferern dieser Komponenten an Bedeutung. Der Grund: Die High-Tech-Systeme arbeiten oft mit Sensoren oder Ventilen, die empfindlich auf Schmutz reagieren. „Die Autoindustrie hat sich hier ein Sauberkeitsproblem eingehandelt“, sagt Ernst.

Damit sich Autofahrer zum Beispiel im Notfall auf das ABS verlassen können, müssen die Hersteller von Sensoren saubere Arbeit leisten. Denn ihre Produkte sind dafür verantwortlich, bei einem Aufprall innerhalb von Millisekunden das entscheidende Signal zu geben. Das System sorgt dann dafür, dass die Räder nicht blockieren und sich das Auto weiterhin lenken lässt.

„Unreinheiten am Sensor müssen zwar nicht dazu führen, dass der Fahrer sein Auto gegen den Baum setzt, aber sie können die Wirkung verringern“, berichtet Ewald Renner, Leiter des Zentrallabors von Continental Teves.

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