Elektronikhersteller
Weidmüller sieht die Talsohle erreicht

Wieder aufwärts geht es für den von der Krise gebeutelten Elektronikspezialisten Weidmüller im kommenden Jahr. Das Familienunternehmen aus Detmold rechnet für 2010 wieder mit Wachstum, wenn auch auf niedrigem Niveau. China wird zum zweitstärksten Markt des Elektronikspezialisten aus Detmold.
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DÜSSELDORF. Das Familienunternehmen Weidmüller erwartet für das kommende Jahr wieder ein Wachstum. Allerdings wird dies von einem niedrigen Niveau ausgehen. Vorstandssprecher Joachim Belz rechnet mit einem Umsatzplus von rund fünf Prozent. „Im vierten Quartal hat der Auftragseingang wieder angezogen. Damit dürften wir die Konjunkturtalsohle erreicht haben“, sagte Belz auf dem Jahresendgespräch in Detmold. Es werde etwa vier Jahre dauern bis das Umsatzniveau des Jahres 2008 wieder erreicht werde, sagte Belz.

Weidmüller liefert elektrische Verbindungstechnik und Elektronik besonders an Kunden aus dem Maschinenbau und ist daher von dessen Konjunkturschwäche besonders betroffen. Aus diesem Bereich habe es bei Weidmüller einen Umsatzrückgang von 30 bis 35 Prozent gegeben, sagte Belz.

Wachstum erwartet Weidmüller besonders in der Region Asien und hier besonders in China. Mit einem Plus von 25 Prozent sei China inzwischen zum zweitwichtigsten Absatzmarkt hinter Deutschland geworden. Gestärkt durch Konjunkturpakete werde zurzeit in China viel in den Bereich Windenergie investiert.

Daneben profitiert das Unternehmen vom Ausbau der Marktsegmente Photovoltaik und Prozessindustrie, wo vor allem Kunden der Branchen Öl und Gas beliefert werden. Weidmüller will diese Absatzkanäle ausbauen und so die Abhängigkeit vom Maschinenbau mindern.

Sparprogramm, aber keine Entlassungen

Für das Jahr 2009 erwartet das 1850 gegründete Familienunternehmen ein Umsatzminus von 25 Prozent auf einen Umsatz von rund 400 Millionen Euro. Zur Ertragslage äußert sich das Familienunternehmen nicht. Es werde 2009 operativ keine roten Zahlen geben sagte Belz lediglich.

Im Jahr 2008 war der Umsatz noch von 502 auf 533 Millionen Euro gestiegen. Für 2007 weist das Unternehmen im Bundesanzeiger einen Gewinn von 36,9 Millionen Euro aus. 2008 sei der Gewinn entsprechend dem Umsatzanstieg gewachsen, sagte Belz.

Als Reaktion auf die Konjunkturschwäche hat Weidmüller ein Sparprogramm aufgelegt, mit dem die Gesamtkosten um mehr als 50 Mio. Euro reduziert werden sollen. Ende des laufenden Jahres werden dadurch rund 3 450 Personen bei dem Unternehmen beschäftigt sein, etwa zwölf Prozent weniger als im Vorjahr. Es habe aber an den deutschen Standorten keine Entlassungen gegeben, betonte der Weidmüller-Chef. Auch für 2010 stehe dies nicht auf der Tagesordnung.

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