Energie-Effizienz
Zeit, den Schalter umzulegen

Ins Energiesparen zu investieren lohnt sich nicht nur für die Umwelt. Gerade durch die explosiv wachsenden Kosten für Strom, Öl und Gas rückt das Thema in den Fokus. Zahlreiche erfolgreiche Projekte im Mittelstand zeigen, wie es geht.

DÜSSELDORF. Deutschlands Mittelständler lenken ihre Energie derzeit verstärkt in eine Richtung: weniger Energie zu verbrauchen. Etwa der schwäbische Verpackungsspezialist Storopack: Für dessen geschäftsführenden Gesellschafter Hermann Reichenecker ist Energiesparen eine der größten Herausforderungen für die Zukunft. „Der Druck der steigenden Energie- und Rohstoffpreise auf den Profit ist deutlich spürbar“, sagt er.

Fünf Prozent des Umsatzes von 312 Mill. Euro hat Storopack im vergangenen Jahr für Energie ausgegeben. Jetzt treibt das Unternehmen den Einsatz neuer Techniken voran und lässt Mitarbeiterteams Sparmöglichkeiten erarbeiten. Allein in der energieintensiven Produktion von Formteilen will das Familienunternehmen aus Metzingen den Energieverbrauch um 30 Prozent senken.

Lange Zeit stand das Thema Energieeffizienz nicht im Fokus von Unternehmen. Die explosiv wachsenden Kosten für Strom, Öl und Gas ändern dies nun drastisch. „Energieeffizienz ist gerade in energieintensiven Branchen entscheidend für die Überlebenssicherung geworden“, erläutert Ulrich Schmitz, technischer Leiter des Biotechspezialisten Leiber aus Bramsche bei Osnabrück. „Die Selektion auf dem Markt findet heute auch darüber statt, wer in dieser Frage am besten und schnellsten handelt.“

Leiber hat gehandelt: Die Abwasserreinigung im Unternehmen wurde komplett umgestellt. Statt dabei viel Strom zu verbrauchen, produziert der Hersteller von Bierhefeprodukten nun mit dem bei der Reinigung entstehenden Biogas eigenen Ökostrom (siehe „Eigenes Kraftwerk bauen“). Das Projekt gewann in diesem Jahr einen Preis beim „Energy Efficiency Award“, der von der Deutschen Energie-Effizienz-Agentur (Dena), der KfW und der Deutschen Messe verliehen wird.

Das Bewusstsein für Energiesparen setzt sich bei den Mittelständlern zwar langsam durch: 90 Prozent von ihnen halten es einer Umfrage der Dena zufolge für wichtig. Doch erst 40 Prozent haben konkrete Projekte zur Senkung des Strom- und Gasverbrauchs umgesetzt, weitere 20 Prozent planen dies derzeit. Das heißt im Umkehrschluss: 40 Prozent der Mittelständler haben noch keine derartigen Projekte gestartet.

Gerade die kleineren Unternehmen verschenken nach Ansicht der Dena viele Einsparmöglichkeiten. Die Gründe dafür: Einige geben an, sie hätten schlicht keine finanziellen Mittel für die nötigen Investitionen. Anderen fehlen Informationen und fachkundige Mitarbeiter.

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