Energiebranche
Zentralasiens Strommarkt unter Spannung

Nicht nur die Wirtschaftskrise bedroht das Wachstum in Zentralasien. Die Republiken der Region leiden unter unzuverlässiger Stromversorgung. Ein Programm zur Kapazitätsausweitung der Kraftwerke soll Abhilfe schaffen.
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BERLIN. In Zeiten der tiefen Rezession in den 90er-Jahren wurden zentralasiatische Kraftwerke stillgelegt. Die Wartung der Anlagen und Verteilernetze beschränkte sich auf ein Minimum. Neue Kapazitäten wurden kaum errichtet. Der Strom- und Wärmeenergiesektor, der sich schon vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion in einem maroden Zustand befand, blieb auf dem technischen Niveau der 50er- bis 70er-Jahre stehen. Drei bis vier Fünftel der heute genutzten Energietechnik gelten als veraltet. Regelmäßige Stromabschaltungen oder-unterbrechungen sind die Folge. Der geringe Wasserstand in den Wasserkraftwerken lässt die ohnehin schon notorischen Stromdefizite im Winter weiter ansteigen.

Doch Besserung ist in Sicht. Die Ausbauprogramme für den Stromsektor sehen bis 2015 die Errichtung neuer Kraftwerkskapazitäten in einem Volumen von 14.000 Megawatt (MW) vor. Zudem soll sich die Lücke zwischen der installierten und der verfügbaren Kapazität (43.000 MW versus 32.000 MW) durch Modernisierungsinvestitionen von 25 Prozent auf 15 Prozent verringern.

Die Kosten für die geplanten Projekte in der Stromerzeugung und-verteilung belaufen sich auf 30 Milliarden US-Dollar. Aus eigener Kraft können die fünf Länder die milliardenschweren Investitionen nicht stemmen. Sie sind auf ausländisches Kapital und Know-how angewiesen. Internationale Kreditgeber stellen Darlehen zur Verfügung. Kasachstan setzt auf Public-Private-Partnership-Betreibermodelle.

Viele der geplanten Projekte verzögern sich zwar aufgrund der internationalen Finanzkrise, doch mittel- und langfristig-bieten sie deutschen Firmen eine Fülle von Liefer- und Kooperationschancen. Zur Erleichterung des Markteinstiegs hat Germany Trade & Invest in Zusammenarbeit mit dem Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie eine Studie erstellt. Sie beschreibt die Entwicklungsrichtungen in der Infrastruktur für die Stromerzeugung und-verteilung in allen Ländern der Region. Die Vorstellung der geplanten Modernisierungs- und Ausbauprojekte einschließlich der Sparte kleine Wasserkraftwerke nimmt in der Studie einen breiten Raum ein.

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