Energieeffizienz
Grüne Sparwelle für Mittelständler

Effiziente Energietechnik entlastet die Firmenkasse und die Umwelt. Im Durchschnitt sind Einsparungen von 20 bis 50 Prozent möglich - aber auch mehr, wie ein Motorenhersteller bereits mit einem Wärmesystem unter Beweis stellte.
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Die grüne Welle hat den Mittelstand erreicht. Was gestern ausschließlich Öko war, ist heute gleichzeitig wirtschaftlich. Und das Potenzial ist enorm. Die Deutsche Energie-Agentur (dena) beziffert die Einsparungen bei Beleuchtung, Heizung, Pumpen, Druckluft- oder Klimasystemen und anderen Energieverbrauchern in kleinen und mittelständischen Unternehmen auf durchschnittlich 20 bis 50 Prozent.



Doch es ist auch mehr möglich. Ende 2007 baute die Firma ebm-papst, die Lüfter und Motoren herstellt, in Hollenbach nahe Augsburg eine neue Werkshalle mit Produktion, Dreherei, Verwaltung und Lager. Der Clou aber ist ein neues Wärmesystem. Das nutzt die Abwärme der Drehmaschinen und Kompressoren, die in der Halle stehen. Die warme Luft sammelt sich unter dem Dach der rund 14 000 Quadratmeter großen Halle. Das System saugt die Luft an, verteilt die Wärme direkt in andere Gebäudeteil oder sie wird über einen Wärmetauscher in einem großen Wasserbehälter auf dem Dach gespeichert, um sie später abzugeben. Verglichen mit einer Produktionshalle ohne ein solches Wärmesystem kommt das Werk mit 91 Prozent weniger Energie aus. Das erspart der Umwelt rund 400 Tonnen CO2 und dem Unternehmen etwa 87 500 Euro Energiekosten pro Jahr.

Dagegen machte das Abwärmesystem beim Bau der Halle nur 60 000 Euro Mehrkosten aus. Kapitalrendite: 146 Prozent. "Wir betrachten das Thema Energieeffizienz ganzheitlich", kommentiert Markus Mettler, Leiter Betrieb und Bauwesen bei ebm-papst. Gemeint sind damit auch die hergestellten Lüfter und Motoren, bei denen das Unternehmen ebenfalls auf Energieeffizienz setzt.

Ein Abwärmesystem kommt nicht überall in Frage. Doch kann in anderen Bereichen neue Technik helfen, die Energieeffizienz zu erhöhen und Kosten zu sparen. Beispiel Hallenbeleuchtung: Bis zu 20 Prozent des Stromverbrauchs sind hier veralteten Vorschaltgeräten geschuldet, ermittelte die dena. Und bei Systemen mit schlechten oder ohne Reflektoren, so die dena, kommt das Licht nicht dort an, wo es hin soll. Abhilfe schaffen elektronische Vorschaltgeräte und moderne Hochdruckleuchten mit Spiegeln. Obendrein können automatische Systeme über Sensoren die Helligkeit in einem Büro oder in einer Halle je nach Tageslicht anpassen. Bis zu 75 Prozent der Stromkosten für die Beleuchtung lassen sich mit solchen Maßnahmen einsparen, errechneten die Experten der dena.

Weitere große Verbraucher in Industrie und Gewerbe sind Pumpen. In der Regel laufen diese auch dann unter Volllast, wenn die hohe Leistung gar nicht benötigt wird. Neue Pumpen besitzen Frequenzumrichter, die das Regulieren der Drehzahl erlauben. Zudem arbeiten moderne Pumpenmotoren wesentlich effizienter als solche älteren Datums. Im Durchschnitt lassen sich hier durch mehrere Maßnahmen Verbesserungen von 30 Prozent erreichen.

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