Energieeffizienz im Mittelstand
Der Nachholbedarf ist noch groß

Energieeffizienz in Familienunternehmen gewinnt angesichts steigender Preise für Strom und Gas an Bedeutung. Mit Energiesparmaßnahmen lassen sich die Kosten kräftig senken und im Gegenzug die Renditen steigern. Doch viele Firmen haben die Möglichkeiten noch nicht erkannt.

DÜSSELDORF. Josef Lanschützer kann sich in Rage reden, wenn es um die Frage geht, ob der Mittelstand energieeffizient produziert und nicht unnötig viel Energie verpulvert. Sein Urteil: „Ein großer Teil der Industrie verschläft, was man alles verbessern kann.“

Lanschützer kennt sich aus, er ist Energiemanager beim bayerischen Autozulieferer PMG Füssen und hat in den vergangenen Jahren den Energieeinsatz bei dem Unternehmen komplett umgekrempelt: Allein eine neue Beleuchtungsanlage senkte den Verbrauch von Strom für Lampen um 72 Prozent – entsprechend sanken auch die Stromkosten.

Das war nicht die einzige Stellschraube bei PMG. „In anderen Firmen kann man beobachten, dass das Top-Management diesen Fragen zu wenig Beachtung schenkt“, moniert Lanschützer. „Es fehlt Druck und Interesse für Investitionen.“ Doch das könnte sich ändern: Das Thema Energieeffizienz gewinnt in Unternehmen an Brisanz – spätestens beim Blick auf die Strom- und Gasrechnung.

In den vergangenen zwei Jahren sind die Notierungen an der Strombörse um rund die Hälfte geklettert, mit ihnen auch die Preise, welche die Unternehmen an ihre Versorger bezahlen müssen. Auch die Gaspreise sind – gekoppelt an die Vorgaben des Ölmarktes – nach oben geschossen.

„In den vergangenen zwei, drei Jahren hat die Sensibilität deutlich zugenommen. Analog zum Anstieg der Energiepreise steigen bei uns die Beratungsanträge“, sagt Gerd Marx, der bei der Energieagentur NRW die zuständige Abteilung leitet. Für den ein oder anderen Unternehmer mag auch die Debatte um Umwelt- und Klimaschutz eine Rolle spielen. Letztlich achten die meisten aber nur auf ihre Bilanzen, berichtet Marx.

In der Tat lassen sich mit Energiesparmaßnahmen die Kosten kräftig senken und im Gegenzug die Renditen steigern. „Einsparungen von zehn Prozent sind sicher immer möglich, manchmal sind es auch bis zu 20 Prozent“, sagt Annegret Agricola, Bereichsleiterin bei der Deutschen Energieagentur (Dena).

Der Nachholbedarf ist groß – unabhängig von Firmengröße oder Branche. Doch während viele große Unternehmen bereits Mitarbeiter mit dem Thema Energieeffizienz beauftragt haben, stehen viele kleine Firmen am Anfang. Erstaunlicherweise ist das Potenzial bei den besonders energieintensiven Branchen gar nicht am höchsten. Dort sei man sich des Kostenfaktors Energie eben bereits seit längerem bewusst und gehe das Thema schon seit Jahren aktiv an, wissen die Berater.

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