Energiemarkt
Brasilien will Energie hochdrehen

Mag die Krise auch noch präsent sein, Brasilien rüstet sich schon einmal für den Aufschwung - und will vor allem dafür sorgen, dass dann genug Energie bereit steht. Also soll massiv investiert werden: in neue Wasserkraftwerke und Erdölquellen.

SAO PAULO. Brasilien nutzt die Krise, um ausreichend Energiekapazität für einen neuen Aufschwung aufzubauen. Nach Expertenmeinung müsste das Energieangebot bis 2017 jährlich um 6.000 MW steigen, um bei Hochkonjunktur einen "Blackout" zu verhindern. Über natürliche Ressourcen verfügt Brasilien reichlich. In die Exploration der Erdöl- und Erdgasquellen im "Pré-Sal" dürften in den nächsten Jahren über 100 Mrd. US$ fließen. In der Wasserkraft steht unter anderem das Riesenprojekt Belo Monte vor der Ausschreibung.

Antriebsmotor der Investitionsoffensive werden die entdeckten Erdölvorkommen tief unter dem Meeresboden (Pré-Sal) sein. Petrobras wird in den kommenden fünf Jahren alleine 28 Mrd. US$ in die Erschließung dieser Quellen stecken. Dazu soll eine Vielzahl von Plattformen, Bohr- und Versorgungsschiffen sowie Tankern gebaut werden. Zur Verarbeitung von Öl und Gas entstehen neben den Petrochemie-Komplexen Suape in Pernambuco und Comperj in Rio de Janeiro mehrere Raffinerien im Nordosten.

Eine davon ist die Groß-Raffinerie Abreu e Lima, die als gemeinsames Projekt mit der venezolanischen Erdölgesellschaft PdVSA ausgelegt ist. Eine noch größere Anlage entsteht unter dem Namen Premium I in Bacabeira nahe São Luis in Maranhão. Diese mit einer angestrebten Kapazität von 600.000 bpd größte Raffinerie Lateinamerikas soll in zwei Stufen 2013 und 2015 die Produktion aufnehmen. Mitte Mai 2009 unterschrieb Petrobras eine entsprechende Vereinbarung mit der Landesregierung von Maranhão. Nach Pressemeldungen will sich das japanische Unternehmen Marubeni an der Anlage beteiligen. Die Gesamtkosten werden auf 20 Mrd. US$ veranschlagt.

Ein weiteres japanisches Unternehmen (Mitsui) interessiert sich für eine Partnerschaft an der Raffinerie Premium II, die im Bundesstaat Ceará entstehen soll. Die Kapazität der Anlage liegt bei 300.000 bpd. Eine kleinere Raffinerie ist zusätzlich für Guamaré im Bundesstaat Rio Grande do Norte vorgesehen. Diese Anlage mit dem Namen Clara Camarão könnte noch 2009 beginnen, die Produktion soll 2010 starten. Die Projektpipeline umfasst mehrere Verflüssigungs- und Regasifizierungsanlagen, besonders für den Erdgastransport von den Plattformen an Land. Der genaue Standort ist noch nicht bekannt.

Spezielle Pipelines sollen den Transport von Ethanol aus den Zuckerrohranbaugebieten an die Küste beschleunigen. Ein Neubau soll von Campo Grande in Mato Grosso do Sul zum Hafen von Paranaguá in Paraná führen, eine weitere von Senador Canedo in Goiás zum Hafen von São Sebastião in São Paulo. Die bestehenden Gaspipelines zwischen Santos und São Paulo (Gasan) sowie zwischen São Paulo und Rio de Janeiro (Gaspal) sollen verdoppelt werden. Auch die Kapazität der Nordost-Küstenpipeline (Malha NE) wird erhöht, ferner steht die Verbindung zwischen der Nordost- und der Südostpipeline durch das Zwischenstück Cacimbas-Catu (Bahia/Espirito Santo) an. Im Westen entsteht eine Pipeline von Porto Velho in Rondonia über Urucu und Coari nach Manaus im Bundesstaat Amazonas.

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