Energiesparkonzepte
Berater drücken die Energiekosten

Chefs kleinerer Betriebe scheuen oft Investitionen in die Energieeffizienz – obwohl sich diese rasch rentieren und massiv gefördert werden. Erst 18 Prozent der deutschen Unternehmen haben ein internes Energiemanagement etabliert. Mit neuen Programmen sollen nun mehr Betriebe zu Energieeinsparungen bewegt werden.
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BERLIN. Die Experten kommen in Scharen: Banken, Ingenieurbüros, Energieversorger und selbst die IG Metall – sie alle haben erkannt, dass Betriebe nicht unnötig viel Geld für Energie verschleudern sollten. Und sie bieten dem Mittelstand beim Einsparen ihre Hilfe an. So unübersichtlich ist inzwischen der Markt, dass der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) einen Lotsendienst eingerichtet hat: Gefördert vom Bund schicken Kammern seit Mitte 2009 Energiecoaches in die Unternehmen. Gratis informieren die über Energiesparkonzepte, helfen einen passenden Energieberater zu finden und Fördermittel zu beantragen.

Solarzellen auf der Werkhalle

Heiko Witte, Bauunternehmer aus Sulingen, kam über ein solches IHK-Coaching an einen Energieberater. Witte ist begeistert: Hält er sich an den Drei-Jahres-Plan des Experten, kann er seine Energiekosten um fast ein Drittel drücken. Er packt an diversen Ecken an: Die Heizzentrale wird umgestellt und der Fuhrpark sukzessive erneuert. Einige seiner 40 Transporter, Radlader und Bagger hat Witte sofort ausgetauscht. „Jetzt habe ich mehr Leistung und weniger Verbrauch“, sagt er zufrieden. Eine Steuerungssoftware sorgt dafür, dass er die Einsatzfahrzeuge angemessen auswählt und keine überdimensionierten Bagger zur Baustelle schickt. Und die Solarpaneele auf seinen Werkshallen spülen einen soliden Nebenverdienst in die Kasse.

Witte ist eher die Ausnahme. Viele Unternehmer ahnen nicht, wie schnell sich Investitionen in Energieeffizienz bezahlt machen. Die Kammern zählten bis August 2010 erst gut 1.200 Interessenten. Projektleiterin Sabine Zinzgraf hofft auf den Schneeballeffekt: „Wir merken deutlich, wie sich das Programm inzwischen herumgesprochen hat.“ Nach dem Gratis-Coaching muss der Unternehmer die Energieberatung zu 20 Prozent kofinanzieren. Der Sonderfonds Energieeffizienz in KMU der KfW-Bankengruppe übernimmt maximal 80 Prozent der Kosten.

Das Zögern in Zahlen: Erst 18 Prozent der deutschen Unternehmen haben ein internes Energiemanagement etabliert. Das ergab eine Prognos-Umfrage im Auftrag der KfW-Bankengruppe. Meist scheitern Energieoptimierungen am fehlenden Geld. Schließlich stehen die fälligen Investitionen in Konkurrenz zu anderen kapitalintensiven Projekten. Zeitmangel und fehlendes Wissen führen laut Studie ebenfalls dazu, dass viele Mittelständler den Klimaschutz aufschieben.

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