Enormer Elektrizitäts- und Wasserbedarf
Bauboom ohne Ende in Saudi-Arabien

Saudi-Arabien vollzieht die Entwicklung in den kleineren Golfstaaten nach: auch hier ist der private Sektor auf dem Vormarsch. Bei weiter hohem Ölpreisniveau und den daraus resultierenden Milliardeneinnahmen bleibt das Königreich mit seinen weltweit größten Reserven ein überaus attraktiver Investitionsstandort.

bfai KÖLN. Im Jahr 2005 belief sich das reale Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf 6,5%; für 2006 wird ein Anstieg des BIP um 5,1% prognostiziert. Die Regierung strebt bis 2020 Investitionen in Höhe von 624 Mrd. US$ in Schlüsselsektoren an, darunter Infrastruktur (140 Mrd. US$), Petrochemie (92 Mrd. US$) Elektrizitäts- und Wasserwirtschaft (89 Mrd. US$), Telekommunikation (60 Mrd. US$), Tourismus (53 Mrd. US$), Naturgas (50 Mrd. US$) und Informationstechnologie (11 Mrd. US$). Entsprechende Projekte sollen offen für lokale und internationale Investoren sein.

Die Chemie und insbesondere die Petrochemie gehören zu den aussichtsreichsten Branchen im verarbeitenden Gewerbe. Um den mehrheitlich staatlichen petrochemischen Giganten SABIC herum sind in den kommenden Jahren Milliarden-Investitionen geplant. Saudi Aramco - ohnehin schon der größte Erdölexporteur der Welt - will im großem Umfang in den Bereichen Gaswirtschaft, Raffinierung und Kraftwerke sowie erstmals im petrochemischen Sektor investieren.

Der Bau von Kraftwerken, Meerwasserentsalzungsanlagen, Kläranlagen, Gaswerken, Gesundheitszentren und Krankenhäusern schreitet voran. Hier ergeben sich Chancen bei der Realisierung neuer Projekte. Ende 2005 begann der Bau der King Abdullah Economic City (26 Mrd. US$). Zwei weitere Industriestädte sind in Jeddah und der Eastern Province geplant. Neue Eisenbahnlinien (insgesamt 3.770 km) werden angelegt. Neben Bauleistungen und -material ergibt sich vor allem im Wohnungs- und Nutzgebäudebau auch eine erhebliche Nachfrage nach Inneneinrichtungen.

Im Rahmen der Modernisierung der Wirtschaft expandiert auch der IuK-Sektor. Die Nachfrage nach Internetdiensten, Telefonen, Mobilfunkgeräten, Rechnern und Zubehör steigt. Damit verbunden ist der Ausbau von Übertragungseinheiten und Netzwerken. Große Weltmarken sind bereits präsent, so dass weitere Potenziale vorwiegend in hoch spezialisierten Anwendungen liegen.

Mit 55% der Gesamtimporte ist das Königreich auch der größte Medizintechnik-Markt der Golfregion. Absatzchancen bieten sich auch für Klima- und Kühlanlagen. Die wieder steigende Kaufkraft im Königreich spricht für eine weiter anziehende Kfz-Konjunktur. Der Markt für Sicherheits- und Schutzausrüstungen boomt. Der Tourismus genießt besondere Aufmerksamkeit. Um 2020 soll er 18% zum BIP beitragen (zz. 3,8 -5,2%). Nicht zuletzt wird der Finanzdienstleistungssektor zunehmend interessant für Investoren.

Der enorme Elektrizitäts- und Wasserbedarf des Königreichs wird auf Jahre hinaus für prall gefüllte Auftragsbücher bei Kraftwerksbauern und Anbietern von Technik zur Elektrizitätsverteilung sorgen. Zusätzliche Dynamik löst das Privatisierungsprogramm im Energiesektor mit der Zulassung von privaten Kraftwerken aus. Zusammen mit der Elektrizitätserzeugung wächst die Produktion von Wasser aus den Entsalzungsanlagen.

Weitere Informationen finden Sie bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai).

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