Erfolgsgeheimnis „Guan Xi“
Persönliche Kontakte sind das A und O

Als Wei Luan 1989 erstmals nach Deutschland kam, hatte er 1 000 Mark in der Tasche und verbrachte die ersten drei Nächte auf dem Freiburger Bahnhof, bis er eine Bleibe gefunden hatte.

Heute nennt sich Professor Luan mit Vornamen Wolfgang, beschäftigt in seinem Unternehmen „Famous Germany“ 16 Mitarbeiter und macht etwa 20 Mill. Euro Umsatz pro Jahr. Über den schwierigen Start in seiner Wahlheimat berichtet Luan heute mit einem Schmunzeln. Denn seine Unternehmerbiographie liest sich wie eine Traumkarriere: Kurz nach seinem dreijährigen Maschinenbau-Studium lieh er sich 50 000 Mark, ließ sich in Bochum nieder und gründete einen Vertrieb für hochwertige Messinstrumente. Mutig nannte er sein Start-up „Famous Germany“. Schnell avancierte der umtriebige Ingenieur zum bevorzugten Ansprechpartner deutscher Unternehmer für Geschäfte mit China.

In den Chefetagen der Großindustrie ist Luan mittlerweile gut bekannt. 2002 kaufte er der RAG die Kokerei Kaiserstuhl ab, baute sie in Dortmund ab und im chinesischen Jining-City neu auf. Vergangenen Sommer begann er mit dem Abbau der Blattfedern-Fabrik von Thyssen-Krupp in Werdohl. Bereits ab Mitte 2005 wird die „Famous Automotive Parts“ in Liaoning mit Hilfe der Maschinen aus dem Sauerland Achsschenkel und Federn für chinesische LKW-Hersteller produzieren.

„Wo andere sich eine blutige Nase holen, bringt Professor Luan Markt und Produkte erfolgreich zusammen“, beschreibt Klaus Helsper, Leiter des internationalen Geschäfts bei der National-Bank in Essen, das Erfolgsgeheimnis. Luan hatte fast immer den richtigen Riecher. So hatte die RAG bereits monatelang vergeblich versucht, ihre Kokerei in China zu veräußern. „Famous Germany“ ging das Risiko ein und erwarb die riesige Anlage mit Hilfe der National-Bank auf eigene Faust. Schon nach kurzer Zeit hatte Luan die Wahl zwischen fünf potenziellen Käufern. Er wickelte das Geschäft, den parallelen Auf- und Abbau der Anlage – Transport inklusive – selbstständig ab. In Jining-City wird schon heute Kokskohle für die Stahlproduktion hergestellt.

Als Experte für den chinesischen Markt weiß Luan schon heute, welche Märkte besonders für den Mittelstand attraktiv sind. Mit den großen Anlagen kommen schnell auch kleine Unternehmen zum Zug. „Gerade im Umfeld der großen Industrieanlagen ist die Ansiedlung von Mittelständlern attraktiv“, erläutert Luan. Dennoch warnt der Pionier vor allzu viel Euphorie: „Der deutsche Mittelstand muss bereit sein, Lehrgeld zu zahlen. Auch in China liegt das Geld nicht auf der Straße.“

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