Erfolgsgeschichten grüner Unternehmer
Auf Al Gores Spuren

Viele deutsche Unternehmer haben schon früh auf „grüne“ Produkte gesetzt. Nun werden sie dafür belohnt – drei Beispiele aus dem Land des Exportweltmeisters: Der Lampenanbieter Megaman, der Solarthermiepionier Tinox und das Biodieselunternehmen RMEnergy Verfahrenstechnik.

LANGENSELBOLD. Es riecht nicht. Es schmeckt nicht. Es steckt in Feuerlöschern und Dünger, in Cola und Bier. In Nahrungsmitteln heißt es E290. Als verdampfendes Trockeneis nebelt es Konzertbühnen ein. Bei Temperaturen über minus 78,5 Grad Celsius wird es gasförmig. Und es schickt sich an, die Weltwirtschaft zu revolutionieren: Kohlenstoffdioxid – oder CO2.

Was die Ölkrise in den 70er-Jahren, das Waldsterben in den 80ern und das Ozonloch in den 90ern nicht schafften, schafft der Klimawandel: Der Mensch denkt um. Und nachhaltiges Wirtschaften braucht neue Technik. Umwelttechnik. Ein Weltmarkt erwächst – vielleicht der zukünftige Weltmarkt schlechthin.

Deutschland ist der erste Weltmarktführer. Das verdankt es Unternehmern, die früher umdachten als andere, die weiter vorausdachten als viele. Einst wurden sie als „grüne Spinner“ belächelt: Kunden nahmen sie nicht ernst, Banken gaben ihnen keine Kredite.

Nun, in der „dritten industriellen Revolution“, wie Umweltminister Sigmar Gabriel den wirtschaftlichen Strukturwandel hin zur Umwelttechnik nennt, liegen sie in Front. Sie sind grün, sie schaffen Jobs, sie machen Gewinne. Und wenn Ende dieser Woche der dritte Uno-Klimabericht veröffentlicht wird, hoffen sie auf noch mehr Schwung fürs Geschäft. Drei Ortstermine.

1. Es werde Licht

„Sie kennen doch unseren guten Freund Al Gore, nicht wahr?“ fragt Werner Wiesner. Er nimmt eines der Bücher des Ex-US-Vizepräsidenten vom Stapel auf seinem Tisch, überreicht es und freut sich über das Staunen des Gastes. Über dem Titel „Eine unbequeme Wahrheit – Die drohende Klimakatastrophe und was wir dagegen tun können“ leuchtet nicht das Blau der Erdkugel durch das ausgestanzte Loch auf dem Cover des Bestsellers, sondern das Blau von Wiesners Firmenlogo. „Megaman ... schützt Klima und Umwelt“ steht da. Und in der Mitte prangt eine Energiesparlampe. Wiesner hat hundert Gore-Bücher gekauft, einen Katalog hineinkleben und das Ganze wieder einschweißen lassen – als Geschenk für seine Kunden.

Wenn jemand hier zu Lande den Titel des Energiesparlampen-Pioniers für sich reklamieren kann, dann ist es der 66-Jährige. Mehr als zehn Millionen Stück verkauft er Jahr für Jahr. Seine Kunden sind Karstadt, Ikea, Aldi und Baumarktketten wie Obi. Hinter Lichtkonzernen wie der Siemens-Tochter Osram und Philips ist Wiesners Marke Megaman mit Sitz in Langenselbold bei Hanau die Nummer drei in Deutschland. Doch Megaman ist der einzige Lampenanbieter, der ausschließlich auf Energiesparlampen setzt – und das seit 13 Jahren.

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