Erfolgsrezept
Lieber alles selber machen

Es muss nicht immer „Outsourcing“ sein: Im mittelständischen Elektrotechnikbetrieb Phoenix Contact wird viel wert darauf gelegt, nichts aus der Hand zu geben. Das ist zwar nicht die billigste Lösung, aber dafür stimmen Qualität, Geschwindigkeit – und Innovationen.

BLOMBERG. Gebäude 8 ist das bestgehütete Geheimnis der Firma. Fotografieren ist nicht gestattet, wenn die Techniker feilen, schrauben und prüfen. In Feinarbeit entwickeln 168 Ingenieure und Facharbeiter dort Maschinen und Werkzeuge, montieren sie für den Einsatz in den firmeneigenen Produktionswerken. „Hier ist viel von unserem Know-how versammelt“, sagt Klaus Eisert über Gebäude 8. Er ist geschäftsführender Gesellschafter von Phoenix Contact aus dem ostwestfälischen Städtchen Blomberg.

Ein paar Hallen weiter auf dem Firmengelände von Phoenix Contact bietet sich ein völlig anderes Bild. In einem großen, fensterlosen Raum stehen Fensehkameras und Monitore, dicke Scheinwerfer hängen von der Decke. Wer diesen Raum betritt, wähnt sich in einem TV-Studio, inmitten in einer Fernsehproduktion. Nicht aber bei einem Unternehmen, das in der Welt mit Steckverbindungen und Klemmen für die Elektrotechnik und Elektronik groß geworden ist.

Im firmeneigenen Studio produziert Phoenix Contact Werbefilme für den internen Bedarf. Vor der Kamera treten Phoenix-Produktmanager auf und erklären Produkte. Schulungsvideos werden gedreht, für die Vertriebsleute in aller Welt. Darsteller und Sprecher sind die Mitarbeiter. „Das wirkt authentischer und leidenschaftlicher“, sagt Eisert und schaut sich stolz um.

Vom oft zitierten Outsourcingtrend ist bei Phoenix Contact nichts zu spüren. Bei dem Familienunternehmen ist Selbermachen Teil des Erfolgsrezepts. Nur aus Kostengründen an Fremdfirmen auszulagern kommt für Eisert nicht infrage. „Ein niedriger Preis ist nicht alles“, sagt der 73-Jährige. Was zähle sei Qualität, Schnelligkeit und Verlässlichkeit.

Phoenix Contact ist eine der typischen Firmen, für die der Managementexperte und Unternehmensberater Hermann Simon einst den Begriff „hidden champion“ geprägt hat: kleine Riesen aus der Provinz, aber auf dem Weltmarkt führend. In der Öffentlichkeit kaum bekannt, aber mit eigenwilligen Konzepten und Strategien.

941 Mill. Euro Umsatz machte Phoenix Contact im vorigen Jahr, jetzt peilt das Unternehmen bis Ende 2007 die Marke von einer Mrd. Euro an. 8 400 Mitarbeiter kümmern sich an jedem Arbeitstag weltweit ums Kerngeschäft: Überall dort, wo Strom und Signale fließen, kommen elektrische Stecker und Klemmen von Phoenix zum Einsatz.

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