Erhebliche Nachbesserungen gefordert
Widerstand gegen Basel II wächst

Die Bremsmanöver der Banken auf der Zielgeraden zu den neuen Eigenkapitalregeln, Basel II, häufen sich. Nach jahrelangen Verhandlungen über das neue Regelwerk wächst die Kritik am Endprodukt vor allem in angelsächsischen Ländern.

egl BERLIN. Jüngstes Beispiel: Die im Institute of International Finance (IIF) zusammengeschlossenen 330 weltweit führenden Banken legte den Baseler Aufsehern eine lange Liste von Änderungswünschen vor. Diese sind verpackt in einer umfangreichen Stellungnahme, die ein aus Spitzenbankern zusammengesetzter Expertenausschuss unter der Leitung von Daniel Bouton, Chef des französischen Société Générale, erarbeitet hat.

Danach fordern die global führenden Finanzdienstleister vor der endgültigen Verabschiedung des stärker risikobezogenen neuen Baseler Regelwerks für die Eigenkapitalausstattung von Banken vor allem in drei Bereichen Nachbesserungen: Erstens verlangen sie, dass die neuen Eigenkapitalregeln nicht nicht zu stark prozyklisch wirken. In der bisherigen Fassung würde Basel II Banken dazu verleiten, in Zeiten guter Konjunktur zu viele Kredite zu geben, jedoch bei einem Abfall der Konjunktur ihre Ausleihungen drastisch zurückzufahren

.

Zweitens monieren die weltweit tätigen Großbanken, dass durch die immer weiter zunehmende Komplexität des neuen Baseler Regelwerks den Banken die Anreize für die Einführung von Basel II genommen werden. Drittens schließlich schießen sich die weltweit führenden Banken auf die mangelnde Abstimmung der neuen Baseler Eigenkapitalregeln mit den nicht minder wichtigen internationalen Rechnungslegungsstandards ein. So würden die vom International Accounting Standard Board (IASB) festgesetzten Bilanzierungsregeln im Bereich der Vorsorge für Kreditrisiken viele Banken in Schwierigkeiten bringen.

Der Vorstoß der global agierenden Großbanken über das IIF folgt ähnlichen Nachbesserungsinitiativen nationaler Bankenverbände aus dem angelsächsischen Raum. So meldeten sich erst jüngst die British Bankers’ Association (BBA), die European Banking Federation (EBF), aber auch der globale Verband der Wertpapierhändler, die Securities Industry Association (SIA) zu Wort.

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