Erholung im Baugewerbe
Firmenpleiten sinken, Privatinsolvenzen steigen

Die konjunkturelle Erholung hat im ersten Halbjahr 2006 zu deutlich weniger Firmenpleiten geführt. Für das Gesamtjahr rechnet die Wirtschaftsauskunftei Creditreform nun mit weniger Unternehmensinsolvenzen als bisher. Zugleich erhöhte sich aber drastisch die Zahl der privaten Insolvenzen.

HB DÜSSELDORF. Wie Creditreform mitteilte, schrumpfte im fast abgelaufenen ersten Halbjahr die Zahl der Firmeninsolvenzen in Deutschland um 12,8 Prozent auf 16 700 Fälle. Für das gesamte Jahr erwartet Creditreform nun nur noch 32 000 bis 34 000 Unternehmensinsolvenzen. Im Februar hatte die Auskunftei noch bis zu 38 000 Pleiten vorausgesagt.

Hauptgrund für den Rückgang sei die deutliche Erholung im Baugewerbe und im Einzelhandel, sagte Vorstandsmitglied Helmut Rödl. Im Baugewerbe ging die Insolvenzanzahl um 16,8 Prozent zurück auf 3260 Fälle, im Einzelhandel um 19,1 Prozent auf 3390 Fälle.

Deutlich nach oben weist dagegen die Statistik für Privatinsolvenzen: Ihre Zahl erhöhte sich im ersten Halbjahr um 40,9 Prozent auf 43.900. Wesentlicher Grund dafür sei der schwierige Zugang überschuldeter Menschen zur gesetzlich vorgeschriebenen Schuldnerberatung.

Die Wartezeit für eine Beratung liege inzwischen im Schnitt bei eineinhalb Jahren, beklagte Rödl. Dadurch werde wertvolle Zeit für Gegenmaßnahmen verschenkt. Derzeit gebe es 3,13 Millionen überschuldeter Haushalte in Deutschland, nur jeder achte habe aber Zugang zur Schuldnerberatung. Angesichts der vielen Wartefälle sei in den nächsten Jahren mit einem weiteren stürmischen Anstieg privater Insolvenzen zu rechnen.

Für das Gesamtjahr rechnet Creditreform nun mit 130 000 bis 140 000 Privatinsolvenzen, statt bisher mit maximal 110 000 Fällen. Im vergangenen Jahr hatte Creditreform nach revidierten Berechnungen 36 850 Unternehmenspleiten und 99 720 private Insolvenzen verzeichnet.

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