Erleichterung des Börsengangs
Börse wirbt um Mittelstand

„Wie bringen wir den Mittelstand an die Börse?“ Die Frage ist eines der Top-Themen auf dem „Deutschen Eigenkapitalforum“, das heute in Frankfurt zu Ende geht. Der neue Teilbereich „Entry Standard“ ermöglicht mit wenig Aufwand den Sprung auf das Börsenparkett.

FRANKFURT. Deshalb hat die Deutsche Börse Ende Oktober mit dem neuen Teilbereich „Entry Standard“ im Rahmen des Freiverkehrs ein Marktsegment eröffnet, das geringere regulatorische Hürden aufbaut. „Wir sind mit der ersten Resonanz zufrieden“, sagte Rainer Riess, Managing Director der Deutsche Börse AG, im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Bisher seien 15 Gesellschaften notiert, bis zum Ende des Jahres sollen es rund 20 sein. Den Anfang machte der Hausbauer Design Bau AG, aber auch Unternehmen wie die Axxon Wertpapierhandelsbank, EOP Biodiesel, Frimag, Ifa Systems, KST Beteiligungs AG oder Nanostart haben eine neue Heimat gefunden. Die Börse sei die richtige Wahl, wenn ein Unternehmen Eigenkapital brauche und sein Wachstum finanzieren wolle. Allerdings wird die Masse der kleinen und mittleren Unternehmen mit einem Umsatz im einstelligen Millionenbereich trotz des neuen Angebots nie in die Nähe eines Börsengangs kommen. Laut Riess sollen vor allem Firmen angesprochen werden, die einen anfänglichen Marktwert von mindestens 20 Mill. bis 75 Mill. Euro aufweisen. Vom Potenzial her seien daher langfristig insgesamt bis zu 100 Börsengänge im neuen Segment vorstellbar.

Das Management der Mittelständler dominierten immer noch Ingenieure, deshalb gebe es bei eigentümergeführten Gesellschaften noch Berührungsängste vor der Börse, sagte Riess. Die Kosten eines Börsengangs seien im neuen Marktsegment viel niedriger als im amtlichen oder geregelten Markt. Die jährliche Zulassungsgebühr beträgt 5 000 Euro. Alles zusammengerechnet könnten Unternehmen im „Entry Standard“ Börsengänge schon für einmalig 50 000 bis 100 000 Euro realisieren.

Zum Vergleich: In den nach den EU-Vorgaben regulierten Marktsegmenten kostet ein Börsengang schätzungsweise mindestens 200 000 bis 500 000 Euro, die „Zulassungsfolgepflichten“ verursachen zudem jährliche Kosten in mindestens gleicher Höhe.

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