Erneuerbare Energien
Russland erwärmt sich nur langsam für regenerative Energien

Niedrige Energiepreise, fehlende Einspeisevergütungen und Netzzugänge verhindern in Russland bislang einen Durchbruch für alternative Energiequellen . Dabei besteht auf regionaler und kommunaler Ebene durchaus Interesse. In drei Pilotregionen sollen EU-Experten deshalb bei der Ausarbeitung von Machbarkeitsstudien und Gesetzesgrundlagen für den Einsatz von Sonne, Wind und Erdwärme helfen.

MOSKAU. Fossile Brennstoffe im Überfluss, eine zentrale Energieversorgung und eine mangelnde politische Unterstützung machen einen breiten Einsatz von alternativen Energiequellen in Russland heute unmöglich. Ihr Anteil in der Energiebilanz des riesigen Landes beträgt gerade einmal 1 Prozent, bei der Stromerzeugung sogar nur 0,5 Prozent (ohne Berücksichtigung der großen Wasserkraftwerke).

Noch immer setzt die Regierung in der Energiepolitik auf Großprojekte auf Basis von Gas, Kohle und Öl sowie Kernkraft, um die Versorgung im Land sicherzustellen. Zwar gibt es einige Pilotvorhaben für Wind- oder Solarstrom, die aber meist von Enthusiasten initiiert sind und selten über den experimentellen Status hinauskommen. EU-Vertreter in Moskau verhehlen daher nicht, dass sie dicke Bretter bohren müssen, wenn sie auf diesem Gebiet in Russland etwas verändern wollen.

Immerhin sitzt bei dem nun angeschobenen EU-Projekt das russische Ministerium für Industrie und Energie (Minpromenergo) als Partner mit im Boot. Die Regierung hat als Ziel ausgegeben, bis 2010 neue Stromkapazitäten von 1.000 MW sowie 1.200 MW Wärmeenergie aus erneuerbaren Energiequellen im Land zu installieren. Rund 2 Mill. Euro lässt sich die EU das auf zwei Jahre angelegte Projekt kosten, an dem die Unternehmen ICF International (Großbritannien), Cowi A/S (Dänemark) und das russische Institut für Energieeffizienz IGPEE beteiligt sind.

In drei ausgewählten Regionen - Astrachan, Nishnij Nowgorod und dem Gebiet Krasnodar - sollen Machbarkeitsstudien, Aktions- und Finanzierungspläne entworfen werden, die dem Aufbau von Windrädern, Solaranlagen oder Geothermiekraftwerken den Weg bereiten. Auf föderaler Ebene will die EU Moskau bei der Ausarbeitung eines Gesetzes über erneuerbare Energien helfen.

Wie eine Nachfrage der Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai) in der Staatsduma ergeben hat, liegt das geplante Gesetz über erneuerbare Energiequellen derzeit allerdings auf Eis und es erscheint zweifelhaft, ob es jemals zustande kommt. Ein Vertreter des Komitees für Energie, Transport und Telekommunikation sagte, es werde wahrscheinlich nur eine Neufassung des Gesetzes über die Energieeinsparung geben, die dann auch alternative Energieerzeugung berücksichtige. Auf die Tagesordnung werde dieses Thema aber frühestens im Frühjahr 2008 rücken, wenn sich das Parlament nach den Wahlen neu konstituiert hat.

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