Ernst & Young-Studie
Automobilzulieferer mögen Deutschland

Allen anderslautenden Klagen zum Trotz, bestätigt eine Studie nun: Deutschland ist ein attraktiver Standort für Automobilzulieferer. Die Unternehmen schätzen die hohe Qualifikation der Mitarbeiter, die Infrastruktur und gute Forschungsleistungen. Wenn nur die hohen Personalkosten nicht wären.

HB FRANKFURT. Die deutschen Automobilzulieferer schätzen ihren Heimmarkt trotz hoher Lohnkosten einer Studie zufolge als attraktiven Produktionsstandort ein. Vor allem die hohe Qualifikation der Mitarbeiter und deren Vorreiterrolle bei Forschung und Entwicklung seien klare Vorteile gegenüber einer Fertigung in anderen Ländern, sagte Studienautor Peter Fuß, Partner bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young, am Donnerstag in Frankfurt. Dennoch würden viele Autozulieferer auf Grund der hohen Personalkosten in Deutschland lieber in Osteuropa oder China investieren.

„Der Automobilstandort Deutschland wird zwar stabil bleiben, aber beim Thema Arbeitskosten dauerhaft unter Druck geraten“, fasste Fuß das Ergebnis einer Umfrage unter 180 deutschen Zulieferfirmen zusammen. Lediglich 22 Prozent der Unternehmen würden in den kommenden Jahren ihre Produktion in Deutschland aufstocken, während mehr als die Hälfte Werke im Ausland errichten will. Allen voran stünden dabei China, Osteuropa und Indien, in denen die Lohnkosten deutlich unter jenen in Deutschland lägen.

Deutschland habe sich zum „Premiumstandort“ mit guter Infrastruktur und hoher Produktivität entwickelt und werde von drei Viertel der Unternehmen als attraktiver Standort bewertet. „Man kann viel über den Preis diskutieren, aber wenn man schlechte Qualität liefert, ist man sehr schnell draußen“, sagte Fuß, der Autozulieferfirmen bei ihren geplanten Investitionen berät. Um ihre Stellung im internationalen Wettbewerb zu halten, müssten deutsche Firmen deshalb verstärkt in die Ausbildung ihrer Mitarbeiter investieren und flexible Arbeitszeiten durchsetzen.

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