Ersatz durch andere Versicherungen
Hohe Beiträge trotz sinkender Unfallzahlen

Während der Umbau der Kranken- und Rentenversicherung leidenschaftlich diskutiert wird, scheint sich kaum jemand über eine Reform der gesetzlichen Unfallversicherung Gedanken zu machen. Würde der Leistungskatalog überarbeitet, ließen sich einige Euro sparen.

HB DÜSSELDORF. Gespannt wartet in diesen Tagen wieder so mancher Betriebsinhaber darauf, was ihm der Briefträger Unerfreuliches von der Berufsgenossenschaft (BG) bringen wird. Anfang des Jahres haben die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung wieder großen Kassensturz gemacht und ausgerechnet, was sie von Januar bis Dezember für Behandlungen, Rehabilitations- und Rentenleistungen sowie für ihre Verwaltung ausgegeben haben. Die entstandenen Kosten – im Jahr 2002 bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften immerhin rund 9 Mrd. Euro – legen sie nach einem bestimmten Verteilungsschlüssel auf die Arbeitgeber um.

Doch bei einigen kleinen Unternehmen beispielsweise aus dem Handwerk regt sich Widerstand. Wie kann es sein, fragen sie, dass die Berufsgenossenschaften ständig neue Tiefstände bei den Unfallzahlen melden – die Beiträge aber steigen. Im Fall der Bau-Berufsgenossenschaften ist diese Frage leicht zu beantworten: Immer weniger Betriebe müssen die Mittel für lang laufende finanzielle Verpflichtungen wie Rentenzahlungen aufbringen.

Da die Bauwirtschaft seit Jahren ihre Mitarbeiterzahlen massiv abbaut, sind den sieben Bau-BG und der bundesweit tätigen Tiefbau-BG erhebliche Einnahmeausfälle entstanden. Damit andere Berufsgenossenschaften in die Bresche springen und das Defizit von rund 70 Mill. Euro ausgleichen, mussten die Bau-BG ihrerseits einen Beitrag leisten. Um Kosten zu sparen, werden sie sich 2005 zu einer einheitlichen Bau-Berufsgenossenschaft zusammenschließen.

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