Erste Absicherung für Exporte
Hermesdeckung für Rubel-Geschäfte

Für deutsche Unternehmen, die nach Russland exportieren wollen, eröffnet sich neues Absatzpotenzial. Seit kurzem können Ausfuhrgeschäfte auch in lokaler Währung (Rubel) durch Exportkreditgarantien des Bundes abgesichert werden. Deutschen Unternehmen erschließen sich dadurch neue Lieferchancen nach Russland in Sektoren, in denen Geschäfte bisher schwer oder gar nicht möglich waren.

MOSKAU. Die Exportkreditgarantien des Bundes (so genannte "Hermesdeckungen") schützen deutsche Unternehmen gegen im Ausland liegende politische und wirtschaftliche Risiken bei Exportgeschäften. Während der Zeit der Fabrikation der Güter wird gegen die Gefahr der Unmöglichkeit der Versendung abgesichert. Nach Lieferung bzw. Leistung ist das Risiko der Nichtzahlung ausstehender Forderungen des Kunden Gegenstand der Deckung.

In Russland investiert der öffentliche Sektor wieder. Die sprudelnden Einnahmen aus dem Öl- und Gasexport und die glänzende Budgetlage hat die russische Regierung in die Lage gebracht, sich um bisher eher vernachlässigte Sektoren zu kümmern - das Gesundheitswesen, den Bildungsbereich, die Landwirtschaft oder auch die Umwelt. Im Rahmen sog. Nationalprogramme wird derzeit viel Geld in diese Sektoren gepumpt. Nicht nur in höhere Gehälter von Ärzten und Lehrern, sondern auch in modernste medizinische Ausrüstungen und in die Erneuerung von Kliniken und Krankenhäusern.

Die Beteiligung deutscher Unternehmen an solchen Projekten - etwa an Lieferungen von Geräten für Krankenhäuser oder Baumaßnahmen - war bisher jedoch nur schwer möglich. Denn fast überall, wo die öffentliche Hand solche Aufträge vergeben konnte, wurde in lokaler Währung (Rubel) und nicht in Euro oder US-Dollar gezahlt - eine große, kaum überwindliche Hürde für deutsche Unternehmen, die an solche Aufträge kommen wollten. Denn deutsche Unternehmen hätten diese Aufträge meist nur dann annehmen können, wenn auch eine Ausfallversicherung für solche Rubel-Forderungen zu erhalten gewesen wäre. Bislang war das bei den Ausfuhrdeckungen des Bundes für Exportlieferungen deutscher Unternehmen nicht möglich.

Seit kurzem ist das anders. Im Sommer 2006 wurde die erste Rubel-Deckung an ein mittelständisches deutsches Unternehmen für Lieferungen nach Russland genehmigt. Es geht um die Modernisierung eines Krankenhauses in einer der russischen Regionen und den Export moderner medizinischer Ausrüstungen. Es ist ein Auftrag im Volumen von immerhin 1,1 Mrd. Rbl oder umgerechnet 31,8 Mill. Euro. Ohne die Absicherung der auf Rubel lautenden Zahlungsverpflichtung der russischen Seite durch eine Hermesdeckung hätte das Geschäft eine nur geringe Realisierungschance gehabt, sagt Manfred Bruer, Leiter Exportkreditgarantien des Bundes bei PricewaterhouseCoopers AG Hamburg, die gemeinsam mit dem Konsortialpartner Euler Hermes-Kreditversicherungs AG als Mandatar des Bundes die deutschen Exportkreditgarantien betreut.

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