Erste Bilanz-Pressekonferenz
Schaeffler sieht keine Eile bei Zusammenschluss mit Conti

Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger sieht keine Eile mehr bei der Fusion mit dem übernommenen Konkurrenten Continental. Zugleich betonte er, dass er den Zusammenschluss beider Unternehmen wolle und Ende 2011 weiterhin "ein möglicher Termin für einen Zusammenschluss" sei. Geißinger äußerte sich auf der ersten Bilanz-Pressekonferenz in der Geschichte des Familienkonzerns.
  • 0

ax/HB MÜNCHEN. Für die so verschwiegene Schaeffler-Gruppe ist es ein historischer Tag. Bis ins letzte Detail haben Finanzvorstand Klaus Rosenfeld und sein Team die Zahlen aufgeschlüsselt. Viel mehr legen börsennotierte AGs auch nicht vor. Schaeffler ist auf der Suche nach externen Investoren - und die verlangen Transparenz.

Unter den glitzernden Kronleuchtern in einem Saal eines Münchener Luxushotels versuchen Schaeffler-Chef Jürgen Geißinger und sein Finanzvorstand am Mittwoch Schönwetter zu machen. Beim operativen Ergebnis sei man schon wieder auf Vorkrisenniveau, ähnlich sieht es beim Umsatz in der wichtigen Autosparte aus. "Wir sind operativ sehr stabil unterwegs", drückte es Geißinger aus. Zugleich sagte er betont gelassen: "Es ist nicht notwendig, dass man jetzt mit aller Kraft in eine Fusion geht. Das belastet nur."

Schaeffler und Continental arbeiteten bereits bei immer mehr konkreten Einzelprojekten zusammen, zum Beispiel beim neuen Turbolader. Das "größte Synergie-Potenzial liegt in den Produkten, im Zusammenbringen der Technologien", sagte Geißinger. "Wir konzentrieren uns auf das operative Geschäft und die Projekte." Es gebe derzeit keine Arbeitsgruppe, die an einer Fusion arbeite - "das ist momentan kein Thema", sagte Geißinger. Es gebe keinen Zeitdruck, und vor einem Zusammenschluss "wollen wir uns zunächst operativ stabil aufstellen". Die Synergien durch den beginnenden gemeinsamen Einkauf bezifferte er auf 400 Mio. Euro.

Die Schaeffler-Gruppe und ihre Banken halten 75 Prozent an der größeren Continental AG. Der familieneigene Wälzlagerkonzern hat sich dafür elf Mrd. Euro Schulden aufgebürdet und schreibt rote Zahlen. "Da gibt es nichts zu bereuen. Im Gegenteil, es macht richtig Spaß", sagte Geißinger mit Blick auf das Potenzial bei der operativen Zusammenarbeit.

Sondereffekte aus der Übernahme des dreimal größeren Autozulieferers Continental belasten zwar noch immer deutlich das Ergebnis der Schaeffler-Gruppe. Wegen der notwendigen Kapitalerhöhung bei Conti machte sie im ersten Halbjahr unter dem Strich 260 Mio. Euro Verlust. Operativ läuft es bei Schaeffler dagegen wieder rund: Die wachsende Nachfrage der Automobilindustrie ließ den Umsatz um 31 Prozent auf 4,6 Mrd. Euro anwachsen, der Gewinn vor Steuern und Finanzergebnis schnellte von 108 Mio. auf 739 Mio. Euro hoch.

Seite 1:

Schaeffler sieht keine Eile bei Zusammenschluss mit Conti

Seite 2:

Seite 3:

Kommentare zu " Erste Bilanz-Pressekonferenz: Schaeffler sieht keine Eile bei Zusammenschluss mit Conti"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%