ESM
Familienunternehmer machen Front gegen Rettungsschirm

Die deutschen Familienunternehmer sprechen sich deutlich gegen den geplanten Euro-Rettungsschirm ESM aus: Der Bundestag soll ihm nicht zustimmen. Stabilität werde so nicht erreicht.
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BerlinDie deutschen Familienunternehmer machen Front gegen den dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM. Ihr Verband fordert in einem Brandbrief alle Abgeordneten im Bundestag auf, „dem ESM in seiner jetzigen Form keinesfalls zuzustimmen“. Der Brief liegt dem Handelsblatt vor.

Die Familienunternehmer seien mit vielen renommierten Ökonomen der Überzeugung, dass der ESM als dauerhafter Mechanismus nicht geeignet sei, Stabilität in Europa wieder herzustellen, schreibt Verbandspräsident Lutz Goebel an die Parlamentarier. Der Rettungsschirm sei so konstruiert, dass der Reformdruck erheblich nachlassen würde. Der Rettungsschirm ESM soll am 1. Juli in Kraft treten und benötigt die Zustimmung des Bundestags.

Der bisher von der Bundesregierung beschrittene Weg zur Stabilisierung des Euro hat laut den Familienunternehmern nicht funktioniert. „Griechenland rast sehenden Auges auf den Staatsbankrott zu und ist derzeit nicht regierungsfähig“, schreibt der Verband. Zudem habe der neu gewählte französische Präsident angekündigt, den bisherigen Konsens aufzukündigen. „Damit ist die Geschäftsgrundlage jeder weiteren Stützungsmaßnahme entfallen“, so Goebel.

Kommentare zu " ESM: Familienunternehmer machen Front gegen Rettungsschirm"

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  • Die D-Mark mußte nie "gerettet" werden,
    die Drachme mußte niemals "gerettet" werden.

    Nach nur 10 Jahren "muss" der Euro gerettet werden - "MUSS"?

    Wenn einer meiner Vor-Kommentatoren schreibt: " die letzten Interviews im Bundestag zeigten,
    dass noch nicht einmal die Parlamentarier sich
    mit dem Gesetz vor der Abstimmung befasst
    haben.
    Da gab es welche, die nicht einmal die
    Bezeichnung korrekt wussten, einige
    verwechselten Milliarden und Millionen, es gab
    Unkenntnis darüber was eine Bürgschaft ist,
    und vieles mehr..."

    zeugt das von einer zunehmenden Verblödung.

  • Die Berufspolitiker haben ihr Ansehen auf einen Tiefpunkt gebracht, weil sie nicht aus Fehlern lernen. Der Euro ist gescheitert, er kann nicht durch eine Haftungsgemeinschaft gerettet werden, bei der jede Nation die demokratische Souveränität bewahrt. Eine Übertragung auf die Euro-Gruppe wird 1. Im Ernstfall von den Staaten und ihren Wählern nicht akzeptiert und 2. an der mangelnden demokratischen Legitimität dieser Institution scheitern. Europa ist noch lange nicht reif für einen solchen Schritt. Unter diesen Bedingungen führt eine Haftungsgemeinschaft, und nicht anderes sind die diversen „Rettungsschirme“ letztlich zum Unfrieden unter den europäischen Völkern, dem glatte Gegenteil dessen, was mit der europäischen Idee angestrebt wurde. Am Euro darf Europa nicht scheitern, deshalb ist es Zeit für den Plan B.

  • @Scratchpatch
    Ja, Volksendscheid ist gut. Vor allem sind dann unsere Politiker im Rettungsboot. Egal wie es dann ausgeht (Inflation ?, Geldabwertung?) . Die Elite kann dann sagen "Das Volk hat es gewollt"

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