EU-Subventionen
Zuschüsse haben ihren Preis

Hunde sind die Stars beim Spartensender Tier TV. Der Sender erhielt von der Europäischen Union Mittel in Millionenhöhe, die er nicht zurückzahlen muss. So verlockend die öffentlichen Fördermittel auch sind - sie sorgen für eine Einengung des Entscheidungsspielraums von Unternehmen.

FRANKFURT. "Die Zusage war an die Schaffung einer vereinbarten Anzahl fester, sozialversicherungspflichtiger Arbeitsplätze und ein bestimmtes Sachinvestitionsvolumen geknüpft", erzählt Carl A. Claussen, der als geschäftsführender Gesellschafter die United Screen Entertainment GmbH gemeinsam mit seiner Partnerin Simoné Debour führt. Den Antrag stellte er bei der Investitionsbank Berlin (IBB). Bei der Antragstellung unterstützte ihn die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Partner für Berlin GmbH. Nach fünf Monaten war die Bewilligung da.

Bedingung für den Erhalt dieser Fördergelder war, dass Tier TV die Investitionsgüter kauft und nicht least. Der Sender kann sich diese Investitionen leisten: "Unser Eigenkapital ist ausreichend", sagt Geschäftsführer Claussen. "Voraussetzung für eine Förderung ist ein solides Einnahmemodell. Verlorene Zuschüsse bekommen nur die Unternehmen mit einer hohen Eigenkapitalquote und einem überzeugenden Finanzierungskonzept.

Unternehmen, die solche valide Finanzierung oder Sicherheiten nicht vorweisen können, bleibt die Möglichkeit, bei der KfW ein Darlehen mit hohen Zinsen zu beantragen. Oder sie leasen. Dabei sollten sich die Unternehmen bei ihrer Entscheidung darüber klar sein, dass eine Zuschussförderung sie bei der Entscheidung, leasen zu wollen, einschränken kann, ein Leasing hingegen ihnen die Gewährung einer Zuschussförderung erschweren kann.

"Es gibt für Unternehmen durchaus Argumente, sich gegen eine Zuschussförderung zu entscheiden", sagt Peter Philippen, Abteilung Förderberatung/Leasing bei der Kreissparkasse Heinsberg. "Die Zuschussförderung engt das Unternehmen schon ein, es muss gewisse Kriterien erfüllen, damit die gewährten Zuschüsse später nicht zurückgezahlt werden müssen."

So müssen Investitionsgüter fünf Jahre lang im Unternehmen verbleiben und die geförderten Arbeitsplätze fünf Jahre lang erhalten und besetzt werden. "Für einige Unternehmen könnte es - je nach wirtschaftlichem Umfeld - bei dieser Bindungsfrist eng werden", so Philippen.

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