Europäische Studie identifiziert Wachstumsfirmen
Gute Noten für deutsche Mittelständler

Ein Fünftel der 500 Unternehmen, die in Europa die meisten Arbeitsplätze geschaffen haben, kommen aus Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Studie der Brüsseler Unternehmervereinigung „Europe’s Entrepreneurs for Growth“, die diese für den Zeitraum zwischen 2000 und 2003 erhoben hat.

rom HB DÜSSELDORF. Besonders erfolgreich waren dabei Unternehmen, die ausgelagerte Teile anderer Firmen übernommen haben. Ein Beispiel: Der Cateringdienstleister und Tiefkühlproduzent Apetito, der bereit stand, als Krankenhäuser ihre Verpflegung ausgelagert haben. „Wir profitieren von der Fokussierung anderer Unternehmen auf wenige Geschäftsfelder“, sagt Firmensprecher Hans-Georg Becker. Apetito schuf seit 2000 mehr als 1 600 Arbeitsplätze und kam damit auf Rang 24. Am meisten expandierte der Pharmadienstleister Pharmexx aus Baden-Württemberg, der mit 850 Arbeitsplätzen seine Beschäftigtenzahl versechsfachen konnte und europaweit den zwölften Platz belegt.

Auch traditionelle Branchen expandierten. Der Automobilzulieferer Brose erhöhte die Zahl seiner Arbeitsplätze von 2200 auf 7 100. Die Mehrzahl davon befindet sich weiter in Deutschland. Als Grund für den Erfolg gibt das Familienunternehmen an, sich eher langfristig zu orientieren. Deshalb würden vom Gewinn 90 Prozent reinvestiert. Andere Firmen wie der Generikahersteller Hexal und Wincor Nixdorf, ein Anbieter von Informationstechnologien für Banken und Handel, wuchsen vor allem im Ausland. Wincor Nixdorf konnte dort seine Mitarbeiterzahl vervierfachen. „Wir haben uns damit von der stagnierenden deutschen Konjunktur abgekoppelt,“ sagte ein Konzernsprecher.

Im Durchschnitt stieg die Mitarbeiterzahl der untersuchten deutschen Unternehmen um jährlich rund 100. Fast jede dritte Firma stellt Industriegüter her, gefolgt von Informationstechnologie und Managementdienstleistungen. Firmen aus den Bereichen Management-Service, Biotechnologie und Pharma stellten die meisten Mitarbeiter ein.

Unter den zehn erfolgreichsten Unternehmen befinden sich fünf aus Großbritannien. Die schottische Firma City Refrigeration – ursprünglich ein Hersteller von Kühlanlagen für Gaststätten, der sich inzwischen zum Anbieter von Gebäudemanagementdiensten entwickelt hat – belegte den ersten Platz. Seit 2000 wuchs die Zahl der Mitarbeiter um mehr als das Siebenfache auf 7 200. Die Studie untersuchte mittelständische Firmen aus den EU-Ländern sowie Island, Norwegen und Schweden.

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