Europäische Union
Informationspflichten für Chemikalien steigen

Seit Sommer 2007 gilt eine neue EU-Chemikalien-Verordnung. Damit steigen die Anforderungen an Unternehmen, die bestimmte Daten über die Chemikalien vorlegen müssen, die sie benutzen. Die Kosten steigen, besonders für kleine und mittlere Unternehmen ist der Aufwand relativ groß. Das Geschäft wird schwieriger.

BERLIN. Walter Gekeler schüttelt manchmal noch immer den Kopf. Der Geschäftsführer des Industrieverbands Hygiene und Oberflächenschutz für industrielle und institutionelle Anwendungen (IHO) in Frankfurt am Main ist davon überzeugt, dass die bisherigen rechtlichen Regelungen für den Einsatz von Chemikalien ausreichend waren. „Chemikalien dürfen zukünftig nur mit übermäßig bürokratischem Aufwand eingesetzt werden. Hersteller sollen jede Anwendung im Detail absichern und ihr Know-how anderen Unternehmen in der Lieferkette offenlegen.“

Die Neuerung ist für die Betroffenen Unternehmen mit zusätzlichem fachlichen und finanziellen Aufwand verbunden. Schätzungen gehen von Kosten zwischen zwei und fünf Mrd. Euro aus. Gerade für kleine und mittelgroße Unternehmen ist der Aufwand relativ groß, müssen sie sich das Wissen über „Reach“ meist noch mit Hilfe externer Berater aufbauen.

Im Sommer 2007 ist die neue EU-Chemikalienverordnung in Kraft getreten. Seitdem sind Hersteller, Importeure und nachgeschaltete Anwender verpflichtet, bestimmte Daten über ihre verwendeten und in Umlauf gebrachten Chemikalien vorzulegen. Und sie haben nachzuweisen, dass bei deren ordnungsgemäßem Einsatz keine Gefahren für Mensch und Umwelt drohen.

Da die Registrierungsfristen erst 2018 abgeschlossen sein werden, können Experten die Konsequenzen bislang nur abschätzen. „Wir gehen davon aus, dass die Standardwaschverfahren weiter bestehen. Bei Berufs- und Schutzkleidung kann es dagegen schwierig werden, weil die Hersteller die dazu benötigte Chemie möglicherweise nicht mehr herstellen werden“, erklärt Ralf Döring, Leiter Forschung und Entwicklung der Seitz GmbH in Kriftel. Der Hersteller von Waschmitteln und Waschverfahren geht davon aus, dass für bestimmte Chemikalien die Registrierungskosten im Vergleich zu den benötigten Mengen einfach zu hoch sein werden und deren Produktionen deshalb eingestellt werden. „In derartigen Fällen müssen wir dann Ersatzstoffe suchen“, so Döring.

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