European Start-up Monitor
Männlich, jung, deutsch gründet Unternehmen

Das typische Start-up in Deutschland führen Männer, schafft mehr als elf Jobs, beschäftigt ein Drittel ausländische Mitarbeiter und sammelt knapp 800.000 Euro Kapital ein. Was der European Start-up Monitor noch zeigt.
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DüsseldorfEuropas Start-ups gelten in Politik wie Wirtschaft als digitale Beschleuniger, als Frischzellenkur und manchmal auch als Retter in der Not. Andrus Ansip, EU-Kommissar für den digitalen Binnenmarkt, bringt es auf den Punkt: „Niemand schafft mehr Beschäftigungsmöglichkeiten als Start-ups und andere junge Firmen, sie stellen rund 50 Prozent aller neuen Jobs.“

Mit anderen Worten: Die europäischen Institutionen setzen auf die positive Wirkung von Start-ups. Und das, obwohl es auch im digitalen Binnenmarkt alles andere als trivial ist, innerhalb der Europäischen Union international zu agieren, gibt sogar der zuständige Kommissar Ansip in seinem Grußwort zum European Start-up Monitor zu. Da gibt es noch Arbeit, findet auch Florian Nöll, Chef des Bundesverbandes Deutscher Start-ups (BVDS): „Wir brauchen einen einheitlichen europäischen Kapitalmarkt und die Digitalunion.“

Zum zweiten Mal hat der Verband aus Deutschland, gemeinsam mit 17 weiteren nationalen Verbänden insgesamt mehr als 6.000 Gründer aus mehr als 2.500 Startups befragt. Herausgekommen ist eine Bestandsaufnahme, die Aufbruchsstimmung verbreitet. Auch erhöht sie die Erwartungen, die Politiker und Konzerne in Start-ups setzen.

Im Vergleich schneiden deutsche Start-ups gut ab: Durchschnittlich schaffen sie mehr als elf Jobs, beschäftigen fast ein Drittel ausländische Mitarbeiter und sind besonders stark im Business-to-Business-Geschäft (B2B), bei dem es um Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen geht.

Im weltweiten Vergleich richten sich zwei Drittel aller Start-ups an Geschäftskunden aus, knapp 40 Prozent sogar ausschließlich. Vor allem in Belgien, Finnland, Deutschland, Portugal und den Niederlanden ist das der Fall. Anders in Großbritannien. Dort liegt der Anteil der B2B-Geschäftsmodelle mit rund 16 Prozent vergleichsweise gering.

Befragt nach den Prioritäten steht die Internationalisierung weit oben auf der Agenda der Start-ups, auch wenn schon die Hälfte von ihnen Einnahmen aus dem Auslandgeschäft erzielen. Dabei konzentrieren sie sich vor allem auf den europäischen Markt, gefolgt von Nordamerika und Asien.

Im weltweiten Vergleich zeigt sich, dass die deutschen Gründer weniger Ambitionen haben, im Ausland zu agieren als Kollegen in anderen Staaten. Erstgenannten genüge die Bundesrepublik als größte Volkswirtschaft innerhalb der Europäischen Union. Dabei ist zu bedenken, dass die Mehrheit der Start-ups erst zweieinhalb Jahre alt ist. Interessant ist, dass rund ein Drittel der Gründer in Deutschland überhaupt keine Internationalisierung plant. Das ist der höchste Wert im Vergleich zu den 17 weiteren Ländern.

Hinzu kommt, dass in Deutschland besonders wenige Gründer – nämlich nur acht Prozent – einen ausländischen Pass haben. Auch das Geschlechterverhältnis unter den Gründern ist ungleich verteilt: Während es im EU-Schnitt unter den Jungunternehmern 14,8 Prozent Frauen gibt, sind es in Deutschland ein Prozentpunkt weniger.

Auffällig ist darüber hinaus, dass männliche Gründer im Schnitt drei Jahre jünger sind als weibliche. Das bedeutet, Männer gründen wesentlich früher ihr Start-up, während Frauen offenbar zunächst Berufserfahrung in anderen Unternehmen sammeln oder erst nach einer Elternzeit an Selbstständigkeit denken.

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  • Stimmt nicht. Die einzige Spielregel die es gibt, sind keine Kinder. Ansonsten ist meine Herzdame (inzw. sogar Verlobte) absolut gleichberechtigt. Und wird nach der Uni als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten. Wenn ich mit spätestens Mitte 40 mit dem Börsenzeugs aufhöre, und als GT3 -Fahrer im selbst finanzierten Team in der VLN mit einem R8 LMSultra teilnehme

  • Bin nur 2x im Jahr in der Domstadt. Im Frühjahr zur FIBO, da der Kolibri als Sportwissenschaftlerin nach dem Uniabschluss als meine persönliche Fitnesstrainerin und Ernährungscoach arbeiten wird, und wir uns dort weitergehende Expertise holen. Und im Sommer zu den Kölner Lichter wegen des geilen Feuerwerks am Rhein. Außerdem hatte ich mal dort eine City-Immobilie im Townhaus-Stil, die ich aber dieses Jahr verkauft habe.

  • Wer braucht denn " Online-Dating-Portale " wenn es Muckibuden zum Eisen biegen für uns Männer und für die Ladys den Knack-Po zum trainieren gibt ?

    Wenn ich Lust habe auf Spielbank, dann mache ich das ja auch nicht Online am PC. Sondern ziehe mir einen eleganten Smoking an, fahre nach Wiesbaden und verbinde das Ganze mit einem Besuch im Gourmetrestaurant Ente und einer Übernachtung im Nassauer Hof.

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