Evonik prüft Antrag auf Gelder
KfW-Kredite sind heiß begehrt

Wie viele andere Unternehmen derzeit will auch der Essener Mischkonzern Evonik Gelder aus dem staatlichen Wirtschaftsfonds Deutschland in Anspruch nehmen und einen Kredit bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragen. Der Konzern wehrt sich aber gegen den Eindruck, auf Staatshilfe angewiesen zu sein.

DÜSSELDORF/FRANKFURT/BERLIN. „Es handelt sich um einen Bestandteil unserer Planung für ein langfristig angelegtes Refinanzierungskonzept“, sagte ein Evonik-Sprecher und bestätigte damit einen Bericht der „WAZ“. Man brauche jedoch keine Staatsbürgschaften und habe keine Liquiditätsprobleme. Wegen der schwachen Chemiekonjunktur ist der Konzern im ersten Quartal aber in die roten Zahlen gerutscht.

Evonik hat mit rund 60 Banken einen langfristigen Kredit über 2,9 Mrd. Euro vereinbart, der Mitte 2011 ausläuft und jetzt refinanziert werden soll. Dazu prüft der Vorstand auch einen Antrag auf einen Kredit bei der KfW, der bei rund 300 Mio. Euro liegen soll.

Die Bundesregierung hatte einen „Wirtschaftsfonds Deutschland“ zu Jahresbeginn mit dem zweiten Konjunkturpaket aufgelegt. Dessen Bürgschaftsteil umfasst 75 Mrd. Euro. Hinzu kommt das mit 25 Mrd. Euro ausgestattete Kreditprogramm der KfW für Unternehmen mit einem Umsatz über 500 Mio. Euro. Bereits mit dem ersten Konjunkturpaket hatte die Bundesregierung 15 Mrd. Euro für KfW-Kredite zur Verfügung gestellt, die jedoch in erster Linie für den Mittelstand gedacht sind.

Als förderungswürdig gelten nur Unternehmen, die vor dem Ausbruch der Finanzkrise nicht in Bedrängnis waren. Die Hilfe des Fonds kann nur in Anspruch genommen werden, wenn davon ausgegangen werden kann, dass ein Unternehmen nach einer Beruhigung der wirtschaftlichen Krise ohne staatliche Hilfe auskommt, die beantragte Finanzierung nur vorübergehender Natur ist und keine dauerhaften und gravierenden Wettbewerbsverzerrungen zu befürchten sind. Im Übrigen ist die besondere volkswirtschaftliche Förderungswürdigkeit nachzuweisen. Es wird also Wert gelegt auf die Bedeutung in der Wertschöpfungskette und die beschäftigungspolitische, innovationspolitische oder regionalpolitische Bedeutung des Unternehmens.

Bereits Ende Mai wurden aus dem Fonds die ersten Großkredite und -bürgschaften gewährt. So erhielt die Heidelberger Druckmaschinen AG als eines der ersten Unternehmen Kredite und Bürgschaften. Im Gegensatz zu Evonik steckt Heideldruck tief in den roten Zahlen. Die privaten Banken machten hier die Verlängerung eines Kreditpaketes von Bürgschaften des Bundes und der Länder von insgesamt 550 Mio. Euro abhängig. Zusätzlich erhielt Heideldruck einen KfW-Kredit über 300 Mio. Euro. Die Banken gewährten dann eine Kreditlinie über 550 Mio. Euro.

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