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Exklusiv-Umfrage: In der Krise beweist sich der wahre Entrepreneur

Optimismus statt Depression, das zeichnet den wahren Entrepreneur aus. Statt über die Krise zu jammern, glauben die erfolgreichen Unternehmer daran, dass ihr Betrieb als Gewinner aus der Krise hervorgeht. Eine Exklusiv-Umfrage zeigt, wie Unternehmer die schwierigen Zeiten meistern.

Actelion-Chef Jean-Paul Clozel wurde jüngst zum "Entrepreneur des Jahres 2008" gekürt. Quelle: Reuters
Actelion-Chef Jean-Paul Clozel wurde jüngst zum "Entrepreneur des Jahres 2008" gekürt. Quelle: Reuters

DÜSSELDORF. Wenn die Konkurrenz in Panik verfällt, gehen erfolgreiche Unternehmer in die Offensive. Sie nutzen die Krise als Chance und treiben ihre Mitarbeiter zu Höchstleistungen an. "Echte Entrepreneure sind optimistischer als der Durchschnitt der Unternehmer. Sie glauben vor allem daran, dass ihr Unternehmen am Ende als Gewinner aus der Krise hervorgeht", sagt Wolfgang Glauner, Projektleiter für den Unternehmerwettbewerb "Entrepreneur des Jahres" der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young.

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Die zusätzliche Motivation der Beschäftigten und eine schnelle Produktentwicklung gelten bei erfolgreichen inhabergeführten Unternehmen als wichtigste Elemente der Krisenbewältigung. Das hat eine Umfrage zum Jahreswechsel unter den 65 Finalisten des Wettbewerbs aus dem Jahr 2008 ergeben. Sie liegt dem Handelsblatt exklusiv vor.

Ernst & Young befragte die Inhaber der Unternehmen dabei zu den Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf ihr Geschäft und zu ihren Strategien. Danach legen die Entrepreneure vor allem Wert darauf, in der Krise Know-how und Mitarbeiter nicht zu verlieren. 68 Prozent halten die Bindung der Beschäftigten für wichtig. Nachfragerückgängen wollen sie durch den Abbau von Urlaubsansprüchen und Überstunden, mit Zeitarbeit oder freiberuflicher Mitarbeit begegnen.

"Die Entrepreneure sind sich bewusst, dass gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Abhängigkeit des Unternehmenserfolgs von der Arbeitsmoral ihrer Mitarbeiter abhängt", sagt Projektleiter Glauner. Alle Finalisten nannten die "zusätzliche Motivation der Mitarbeiter" als Reaktion auf die Krise. Dahinter rangiert mit 93 Prozent die "schnelle Umsetzung von Produktinnovationen" gleichauf mit der "Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit", "Sicherstellung einer ausgewogenen Kundenstruktur" und "Beibehaltung der Wachstumsorientierung". Ebenfalls hohen Zuspruch mit 87 Prozent erhielten die Aussagen "Intensivierung der Marktbearbeitung" und "Kostensenkung".

Ernst & Young wählte die Finalisten nach den Kriterien Wachstum, Innovation, Engagement des Inhabers, Mitarbeiterführung und Nachhaltigkeit aus. Andere Mittelständler können sich daher an den Ergebnissen orientieren - sie gelten als Best-Practice-Ansätze. "Die erfolgreichen Entrepreneure übersteuern nicht. Sie bleiben bei ihren angestammten Kernkompetenzen und Geschäftsführungsprinzipien", sagt Experte Glauner. "Ihr Krisenmanagement bewältigen sie daher in erster Linie in den bereits etablierten Organisationsstrukturen."

Der Glaube an die eigenen Fähigkeiten ist bei den Best-Practice-Unternehmern fest verankert. Unterstützung von außen sehen verhältnismäßig wenige als notwendig an. Bevorzugt tauschen sich die Entrepreneure mit befreundeten Unternehmern aus (60 Prozent) oder holen Rat beim eigenen Aufsichtsrat ein (53 Prozent). Unter den externen Anbietern genießen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (jeweils 43 Prozent) die größte Wertschätzung.

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