Expansion
Investor MCC kauft sich in Deutschland ein

Die internationale Beteiligungsgesellschaft Moore Clayton & Co (MCC) mit Sitz in Großbritannien und den USA zieht es nach Deutschland. Das Unternehmen, das vor sieben Jahren von dem ehemaligen Goldman-Sachs-Banker Tony Moore und der Unternehmensberaterin Sharon Clayton gegründet wurde, zählt zu den wenigen Überlebenden des großen Technologiebooms Anfang des Jahrtausends. Die Beteiligungsgesellschaft setzt auf kleine und kleinste Firmen.

mm LONDON. MCC hat sich auf Beteiligungen an kleinen und kleinsten Unternehmen spezialisiert und sieht in Deutschland „große Wachstumschancen, vor allem im Mittelstand“, wie Moore sagt.

MCC steht nach Moores Worten kurz vor der Übernahme der börsennotierten deutschen Beteiligungsgesellschaft Ifex, die bislang einigen Fondsgesellschaften wie Cominvest und Dresdner Allianz Asset Management gehört. Nebeneffekt des Deals: Durch die Übernahme von Ifex wird MCC im geregelten Markt der Frankfurter Börse gelistet.

Aber Moore zieht es nicht nur an den hiesigen Aktienmarkt, er will auch eine Niederlassung in Deutschland eröffnen. „Man muss vor Ort präsent sein, um wirklich lukrative Investitionsmöglichkeiten zu finden“, sagt der Ex-Banker. Ganz neu ist der deutsche Markt für MCC nicht. Moore beriet die Stadt Wolfsburg und VW, als sie vor sechs Jahren einen Wettbewerb für Firmengründer ausschrieben.

Moore und seine Kollegin Clayton lernten sich 1998 als Manager des frisch gegründeten Energieunternehmens New Energy Ventures kennen. Nach dem Verkauf des Unternehmens im Juni 1999 beschlossen Moore und Clayton, das Geschäftsmodell weiterzuführen.

Seither bietet MCC neben Beteiligungskapital auch Finanzierungs- und Strategieberatung an. Moore bezeichnet die Firma als Mischung zwischen einer Investmentbank, einer Venture-Capital-Gesellschaft und einer Unternehmensberatung.

Die Gesellschaft beteiligt sich nicht nur an kleinen Unternehmen, MCC nimmt auch Geschäftsideen auf und entwickelt sie weiter. 2004 gründete die Beteiligungsgesellschaft mit einem Startkapital von 100 000 Pfund das Medienunternehmen Mediazest. Inzwischen ist Mediazest an der Londoner Börse gelistet und rund 2,4 Mill. Pfund wert. „Wir streben jedes Jahr etwa vier bis fünf Börsengänge an“, erläutert Moore. Im September stehe die Erstnotiz einer Biotechnologie-Beteiligung an. Moore hofft auf einen Emissionserlös von rund 30 Mill. Dollar.

„MCC hat ein etwas gewöhnungsbedürftiges Geschäftsmodell, aber Moore und Clayton haben auch in schwierigen Zeiten Geld verdient“, meint ein Londoner Investmentbanker.

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