Export steuert Rekordmarke an
Deutsche Firmen erleben Boomjahr in Mexiko

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Mexiko und Deutschland sind so gut wie nie zuvor. Deutsche Unternehmen dürfen auch für die Zukunft mit einem positiven und ansteigenden Geschäftsklima rechnen. Die Direktinvestitionen bleiben auf hohem Niveau, der Export steuert eine neue Rekordmarke an.

KÖLN. Die meisten deutschen Unternehmen in Mexiko berichteten über das beste Geschäftsjahr seit langem. Insbesondere der deutsche Maschinenbau profitierte von der neuen Investitionsfreude, aber auch Chemie und Pharma verzeichneten hohe Umsatzzuwächse. Die zwei Autobauer Volkswagen und Daimler-Chrysler starteten nach massiven Investitionen neue Serien für den Weltmarkt. Generell wird dem Automobilbau noch ein überragendes Wachstumspotenzial beigemessen - bis 2010 sind insgesamt Neuinvestitionen von rund 10 Milliarden US-Dollar abgekündigt.

Der deutsche Maschinenbau ist bekannt für Spitzentechnologie, insbesondere auch Sonderanfertigungen. Dass Druckmaschinen für die Verpackungsindustrie eine rekordmäßige Nachfrage verzeichnen, hängt vor allem mit der expansiven Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie zusammen. Bei Brauereiausrüstungen besteht kaum Konkurrenz, während "Corona" langsam zum weltweit beliebtesten Exportbier aufsteigt. Auch Werkzeugmaschinen erleben nach jahrelanger Flaute einen Boom - deutsche Anbieter sind marktführend bei Transfermaschinen und Maschinenzentren.

Dem insgesamt positiven Geschäftsklima haben auch die Turbulenzen des Wahlkampfs wenig anhaben können. Der Präsident der Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer (Camexa), Stefan Deuster, begründete diesen Umstand kurz und treffend mit der Erklärung, dass die Wirtschaft sich während der letzten Jahre weitgehend von der Politik abgekoppelt habe. Die meisten politiksensiblen Indikatoren zeigten dementsprechend auch nur kurz Hang zur Volatilität, während frühere Präsidentschaftswahlen zumeist größere Turbulenzen wie Inflation, Abwertung oder Kapitalflucht implizierten.

Mit Felipe Calderón erhält Mexiko einen Präsidenten, unter dem die Beziehungen zur Europäischen Union und Deutschland weiter wachsen sollten. Calderón hatte bereits im Mai auf einer Veranstaltung der EU-Handelskammern die Wichtigkeit des "alten Kontinents" für Mexiko betont - als Investor, potenzieller Absatzmarkt und internationaler Partner in Fragen der Sicherheit, Regionalentwicklung und Handelsliberalisierung. Auf allen Ebenen will Calderón eine Intensivierung anstreben.

Der amtierende und wahrscheinlich auch zukünftige Wirtschaftsminister García de Alba gilt als ausgesprochener Deutschlandfreund. Bereits 2004 war García de Alba auf Einladung der damaligen Bundesregierung zusammen mit anderen mexikanischen Multiplikatoren in Deutschland mit dem thematischen Schwerpunkt in der Mittelstandsförderung - seinerzeit noch in der Funktion als Staatssekretär für die KMU-Politik. Im letzten Jahr war er der wichtigste Gastredner auf dem Wirtschaftstag Mexiko des Ibero-Amerika Vereins zum Thema "Autozulieferindustrie".

Auch der Camexa-Geschäftsführer Johannes Hauser sieht die Zukunft der bilateralen Beziehungen äußerst viel versprechend: "Das deutsche Interesse an Mexiko ist ungebrochen, die Perspektive für die Umsetzung anstehender Reformen haben sich nach der Wahl deutlich verbessert. Mexiko ist ein interessanter Markt und durch die Vielzahl der Freihandelsabkommen mit insgesamt 42 Ländern das wohl globalisierteste Land der Welt. All das hat in den letzten Jahren deutsche Unternehmen bewogen, vor Ort einen Standort aufzubauen. Der Trend hält an."

Seite 1:

Deutsche Firmen erleben Boomjahr in Mexiko

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%