Exporte: Deutschland verliert Weltmeister-Titel

Exporte
Deutschland verliert Weltmeister-Titel

Deutschland muss um einen seiner wichtigsten Titel fürchten. Nach dem Handelsblatt rechnet jetzt auch die Bundesagentur für Außenwirtschaft mit einer baldigen Ablösung der Bundesrepublik als Exportweltmeister. Die neue Nummer eins heißt China. Schon 2008 sollen die Asiaten an der Spitze stehen. Maßgeblich verantwortlich dafür sind ausgerechnet deutsche und andere internationale Unternehmen.

KÖLN. Was Deutschland im Fuß- oder Handball nur alle paar Jahre schafft, ist im Außenhandel schon fast zur Selbstverständlichkeit geworden. Deutschland ist Exportweltmeister. 2006 holte sich die Bundesrepublik zum vierten Mal in Folge den Titel. Nach Berechnungen des Außenhandelsverbandes BGA legten die Warenexporte um 13 Prozent auf 888 Milliarden Euro zu. Auch 2007 soll es wieder der erste Platz werden.

Doch Experten zufolge wird Deutschland schon bald vom Podest gestürzt. Ein anderes Land katapultiert sich an die Spitze der weltweit größten Exporteure: China. Mit Ausfuhren von geschätzten 1,4 Billionen US-Dollar (1 Billion Euro) lässt die Volksrepublik im Jahr 2008 Deutschland hinter sich, schätzt die Bundesagentur für Außenwirtschaft (bfai). Damit geht sie von einer noch rasanteren Entwicklung aus als andere Institute und Organisationen.

Die renommierte Schweizer Denkfabrik Prognos hatte zuvor in einer Exklusivstudie für das Handelsblatt 2009 als Ablösejahr an der Exportspitze prognostiziert. Nach Ansicht der OECD wird China voraussichtlich 2010 zum Exportweltmeister aufsteigen.

Die bfai erklärte nun: 2008 lässt China Deutschland hinter sich, obwohl die deutschen Exporte weiter kräftig zulegen werden. Maßgeblich für den Erfolg Chinas bei den Ausfuhren seien elektronische Erzeugnisse, erklärte bfai-Direktor Gerd Herx.

Hier dominierte die Volksrepublik die Weltmärkte bereits im vergangenen Jahr: Mit Waren im Wert von fast 300 Milliarden US-Dollar lagen die Chinesen noch vor den USA oder Südkorea. Textilien und Bekleidung stellen laut bfai den zweitgrößten Exportposten Chinas. Deutsche Lieferanten profitierten dabei auch, da China der mit Abstand größte Abnehmer deutscher Textilmaschinen sei.

Hauptgrund für Chinas Exportboom sind laut bfai allerdings Direktinvestitionen aus dem Ausland. Unternehmen mit ausländischer Beteiligung in China stellten fast 60 Prozent aller Ausfuhren aus der Volksrepublik. In einzelnen Zukunftsbranchen wie der Medizintechnik seien es sogar mehr als 90 Prozent, betonte die China-Expertin des bfai, Corinne Abele. Damit seien auch deutsche und andere europäische Unternehmen Nutznießer des starken Exports Chinas.

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