Externe Verwaltung
Branche wächst mit Mini-Fuhrparks

Auch für Mittelständler rentiert sich externe Verwaltung: Fuhrparks mit weniger als zwanzig Fahrzeugen sind bei Fuhrparkmanagern besonders begehrt, im Gegensatz zu Großflottenbetreibern sind kleine Unternehmen potentielle Neukunden. Mittelständler nutzen den Service erst selten – doch die Überzeugungsarbeit trägt erste Früchte.

KÖLN. Im Hof stehen sechs Autos: Die Limousine vom Chef, vier Kombis für den Vertrieb, ein Dreitürer für die Praktikantin. Die Tankquittungen heftet die Sekretärin ab. Und wenn ein Auto einen Schaden hat, repariert es ein alter Schulfreund des Chefs. So ähnlich malen viele Fuhrparkmanager sich die Flottenverwaltung bei kleinen Firmen aus – völlig unprofessionell.

Weshalb sie selbstredend versuchen, Mittelständlern klar zu machen, dass sich die externe Verwaltung rentiert. Für die Fuhrparkmanager jedenfalls gelten die kleinen Fuhrparks mit weniger als zwanzig Fahrzeugen als besonders attraktiv: Denn sie machen im Markt für gewerbliche Fahrzeuge nach Angaben des Branchendiensts Dataforce siebzig Prozent aus. Zugleich verwalten Unternehmen sie besonders häufig selbst. Und sind damit potenzielle Neukunden – ganz im Gegensatz zu Großflottenbetreibern, unter denen der Markt längst aufgeteilt ist.

Doch viele Mittelständler geben das Management nur ungern aus der Hand: „Manche Chefs sind schlicht zu eitel dafür, das Management auszulagern“, glaubt Werner Struck, Fuhrpark-Experte der Dekra Automobil GmbH in Stuttgart. „Einige meinen, sie könnten es besser. Aber das können sie eben nicht, wenn sie es nur nebenher machen.“ Denn die Verwaltung eines Fuhrparks ist kompliziert: Flottenmanager müssen zum Beispiel Versicherungen abschließen, auf Wartungstermine achten, die Eignung der Fahrer regelmäßig überprüfen, nach einem Unfall einen Ersatzwagen besorgen und die Benzinkosten abrechnen. All das übernehmen Dienstleister häufig gegen einen Festpreis. Auch Vollservice-Pakete können Unternehmen mit kleinen Flotten buchen, genauso wie Firmen mit hunderten Firmenwagen, verspricht Albert de Cillia, Geschäftsführer der ASL Auto Service-Leasing GmbH mit Sitz in Oberhaching und von GE Fleet Services in Neu-Isenburg.

Trotzdem buchten die meisten Kunden, wenn überhaupt, nur wenige Leistungen zur Finanzierung dazu, vor allem Wartungsangebote, sagt Jörg-Martin Grünberg, Vertriebsvorstand der Sixt Leasing AG: „Damit hört es oft auch schon auf.“

Diese Zurückhaltung des Mittelstands kennt auch Sylvia Lier, Mitglied der Geschäftsleitung bei Leaseplan Deutschland für den Vertrieb. Eine Studie ihres Hauses hat ergeben, dass nur wenige Branchen im Mittelstand potenzielle Kunden böten, sagt Lier: „Die Unternehmer müssen offen gegenüber dem Leasing sein und sich mit dem Internet auskennen. Das ist nicht jedermanns Sache.“ Außerdem schauten Mittelständler viel stärker als große Unternehmen auf die Kosten. Im Handwerk müsse die härteste Überzeugungsarbeit geleistet werden. Darum arbeiten viele Dienstleister mittlerweile mit Autohändlern zusammen. So können Unternehmer für sie neue Angebote über einen bekannten Weg bestellen. Auch in anderen Teilen des Mittelstands müssen die Fuhrparkdienstleister noch Vertrauen aufbauen. So befürchten viele Kunden, bei der Rückgabe des Autos nachzahlen zu müssen. GE-Chef de Cillia ist aber überzeugt, dass sich der Ruf wandelt: „Langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass man mit dem Auslagern der Flottenverwaltung und Leasing finanzielle Sicherheit haben kann und sich viel lästige Arbeit erspart.“

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