Facebook & Co.
Bewerber meiden Firmen in sozialen Netzwerken

Unternehmen profitieren bei der Personalwerbung bisher nur wenig von sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter. Die Nutzer der Plattformen wollen vermeiden dass potenzielle zukünftige Arbeitgeber auf ihre Profile zugreifen können.
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KÖLN. Eine Studie der Managementberatung Kienbaum hat ergeben, dass viele Nutzer der Plattformen den Firmen ihre Gefolgschaft verweigern. Der Grund: Sie haben Angst, dass die Unternehmen online zu viel über sie erfahren.

Kienbaum hat in der Studie Studenten und Berufseinsteiger gefragt, was sie davon abhält, sich in sozialen Netzwerken mit Unternehmen zu verknüpfen. 32 Prozent von ihnen wollten nicht, dass die Firmen Zugriff auf ihr Profil erhielten. "Sie befürchten, dass die Personalleiter ein falsches Bild von ihnen bekommen könnten", sagt Lisa Behrendt, Bereichleiterin Online und Interactive bei Kienbaum.

Die Skepsis sinkt jedoch mit der Erfahrung: Wer häufig auf den Seiten solcher Netzwerke unterwegs ist, zieht eher in Erwägung, sich hier auch Unternehmen anzuschließen. 37 Prozent der täglichen Nutzer können sich laut Studie vorstellen, in Zukunft ein sogenannter "Fan" oder "Follower" einer Firma zu werden. "Unsere Erfahrungen zeigen, dass diejenigen, die solche Netzwerke am intensivsten nutzen, auch Meinungsbildner sind. Daher gehen wir davon aus, dass auch die Skepsis der anderen Nutzer bald nachlässt", sagt Behrendt. Sie empfiehlt Unternehmen, Präsenzen in sozialen Netzwerken aufzubauen und dabei den Schutz der Privatsphäre zu betonen.

Während die deutschen Betriebe bei der Personalbeschaffung über die Online-Plattformen noch am Anfang stehen, sind sie bei der Kundengewinnung bereits auf einem guten Weg. 41 Prozent haben mit Hilfe sozialer Netzwerke Geschäftspartner gewonnen. Das hat eine Umfrage ergeben, die der Büroraum-Vermittler Regus in Auftrag gegeben hat. Kleine Unternehmen seien dabei erfolgreicher als mittlere und große.

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  • bis gestern lief in Köln die Messe "Zukunft Personal". Auf Veranstaltungen zum Thema Recruiting war es kaum noch einer Erwähnung wert, dass nicht wenige Unternehmen die Facebook-Profile von bewerbern checken. Das ist zunehmend auch den bewerbern klar. Allerdings längst nicht allen, wenn man sich so diverse Profile auf Facebook anschaut.

    Für die Unternehmen macht sich vor allem die Privatsphäre- und Datenschutzpolitik von Facebook negativ bemerkbar. Wer die Privatsphäre-Einstellungen so kundenfreundlich gestaltet wie eine deutsche Einkommensteuerklärung, der erntet Misstrauen und setzt dem interesse am Ausprobieren, am "Gefällt mir"-button Grenzen. bei Twitter ist die ganze Sache schon einfacher.

    Nicht von ihnen erwähnt wird der meines Erachtens wichtige Grund für die Zurückhaltung, dass viele Nutzer berufs- und Privatleben trennen möchten und dies auch in Social Media tun. Facebook zählt oft noch zum privaten bereich.

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