Facebook und Co. im Büro
Mit klaren Regeln netzwerken

Wer am Arbeitsplatz in sozialen Netzwerken unterwegs ist, kann die IT-Sicherheit und das Ansehen einer Firma gefährden. Ein restriktives Social-Media-Verbot in Unternehmen halten Experten aber für sinnlos.
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"Wenn mein Chef spricht, schalte ich auf Durchzug." Der 21-jährige Kevin, der diese Gruppe im sozialen Netzwerk meinVZ gegründet hat, schiebt noch die passende Lebensweisheit hinterher: "Wer kennt es nicht, der Chef fängt an zu erzählen und zu erzählen. Einfach Gucken und Nicken sind dann angesagt ..." Ebenso ungeniert äußerst sich "steffi1581" beim Kurznachrichtendienst Twitter: "Aber mein Chef kam noch auf die tolle Idee, ich könnte danach ja zum Arbeiten vorbeikommen. Ja klar, Idiot ... "

Zwei reale Beispiele aus dem Web 2.0, die die Vorgesetzten wohl besser nicht zu Gesicht bekommen sollten.

Die Nutzung der sozialen Netzwerke ist aus dem Tagesablauf nicht mehr wegzudenken, auch nicht während der Arbeitszeiten. Die Web-2.0-Angebote wachsen weiter in einer atemberaubenden Geschwindigkeit. Facebook hat innerhalb der vergangenen zwölf Monate die Nutzerzahlen in Deutschland nahezu verdreifacht. 10,2 Millionen Deutsche, davon 8,7 Millionen über 18 Jahre, sind Mitglied.

Marktführer ist in der Bundesrepublik noch die VZ-Gruppe mit 17 Millionen Nutzern. Elf Millionen davon sind in den "Erwachsenen-Netzwerken" studiVZ und meinVZ angemeldet. Und selbst beim Kurznachrichtendienst Twitter schicken schon knapp 300 000 Menschen ihre Statusmeldungen ins Netz.

Viren im Web 2.0

Gefahr droht vorneweg auf technischer Ebene: Viren und Trojaner sind auch in Netzwerken unterwegs. "Heute schicken Cyberkriminelle ihre Schadsoftware nicht mehr per E-Mail", sagt Wieland Alge, Geschäftsführer von Barracuda Networks, einem der weltweit führenden Anbieter von Security-Lösungen für Unternehmen. Hinter der App oder dem kleinen Online-Spiel im VZ-Netzwerk oder Facebook steckt dann plötzlich eine verseuchte Seite.

"Doch das lässt sich lösen", so Alge: "Die Hersteller von Firewalls haben natürlich in den vergangenen Jahren nicht nur zugeschaut, sondern ihre Technologie den Bedrohungen sehr gut angepasst." Entscheidend sei aber auch, wie die IT-Abteilung eines Unternehmens die Sicherheitsstandards kontinuierlich auf dem aktuellsten Stand hält, ob und wie die entsprechend notwendigen Prozesse und Richtlinien formuliert sind.

Auch die Mitarbeiter sieht Alge nicht als die zentrale Schwachstelle. "Arbeitgeber neigen dazu, ihren Beschäftigten die Kompetenz im Umgang mit dem Internet abzusprechen und für unmündig zu erklären. Das ist der falsche Ansatz und demotiviert", betont der Barracuda-Geschäftsführer. Wichtig sei es vielmehr, den Mitarbeitern zu vermitteln, dass die Grenzen zwischen Privatperson einerseits und Mitarbeiter andererseits verschwimmen und wie sie mit dieser Tatsache verantwortlich umgehen können. Also weder Firmeninterna ausplaudern noch Image schädigende Äußerungen ins Netz stellen.

Um das zu verhindern, reiche es völlig aus, regelmäßig das Bewusstsein zu schärfen. Von einem restriktiven Social-Media-Verbot im Unternehmen hält Alge deshalb gar nichts. "Wer aktiv an Social Media teilnimmt, dem muss klar sein, dass er nicht nur eine Privatperson, sondern mit seinem Unternehmen verbunden ist, das er in seinem Profil präsentiert." Aber letztlich, so Alge, müsse jedes Unternehmen entsprechend seiner individuellen Firmenkultur den Umgang mit Social Media regeln.

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  • Übrigens die Leiharbeiter werden vorsätzlich falsch ausgebildet, falsch angeleitet und aufs Glatteis geführt ,damit die Stammbelegschaft und Leiharbeits-Führungskräfte anschließend wieder hetzen können, dass die Leiharbeiter nichts taugen.

    ich weiß wovon ich spreche!

    Mariana Mayer, Leiharbeiterin bei Alcatel jetzt Thales. Seit 6 Jahren aufgrund von zahlreichen Mobbingaktionen arbeitslos. Das Leiharbeitsverhältnis war vorgetäuscht und wurde nicht als solches deklariert.

    Die Mobbingtreiber sitzen alle in hochbezahlten Positionen. Das soll man natürlich alles nicht persönlich nehmen und trennen ,dass diese Leute das berufsleben anderer Leute zerstören. in anderen Unternehmen läuft es ähnlich ab.
    Gewalt wird belohnt , solange sie Unterschwellig ausgetragen wird.
    Warum ist das so? Ein profitables Geschäft die Ausbeutung der Leiharbeiter.

  • Führt doch direkt das Rede- und Versammlungsverbot ein. Was bisher in den Unternehmen und der industrie seit Jahrzehnten läuft, Redeverbot, etc. .. spielt sich eben nun im Netz ab.

    Wer was schreibt hat bereits im Vorfeld verloren.

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