Facility-Management-Dienstleister
Wer putzen kann, mäht auch den Rasen

In vielen Berufen finden sich mehr und mehr Quereinsteiger. Ohnehin verlangt der Arbeitsmarkt von den Arbeitnehmern immer mehr Flexibilität. Die Anbieter von Facility-Management-Dienstleistungen bieten als Folge dessen verstärkt mehr Serviceleistungen an. Die Frage ist, ob dies auch immer Sinn macht.

KÖLN. Am Anfang standen bei Hans Ziegle Eimer und Putzlappen. Vor 30 Jahren machte sich der damals 24-Jährige nach seinem BWL-Studium mit einer Gebäudereinigungsfirma selbständig. Heute ist Ziegle Chef von mehr als 1000 Beschäftigten. Aus dem einstigen Kleinunternehmen ist die Ziegle Dienstleistungsgruppe mit Sitz in Ludwigshafen geworden. Sie bietet mittlerweile viel mehr als Gebäudereinigung: Die Servicepalette reicht von Rasenpflege über Winterdienst und Bewachung bis zum Erstellen von Energiekonzepten. „Im Grunde genommen alle infrastrukturellen Dienstleistungen“, sagt Ziegle. „Wir haben unser Angebot stetig ausgebaut.“

Ziegles Unternehmen durchlief damit eine für Facility-Management-Dienstleister typische Entwicklung. Viele verbreitern seit Jahren ihre Angebotspalette in zwei Richtungen: Zum einen bieten sie mehr Services, zum anderen weiten sie ihren Tätigkeitsgebiet geografisch aus. Anstoß sind in beiden Fällen Kundenwünsche, sagt Robert Oettl, geschäftsführender Gesellschafter der Münchner Unternehmensberatung Cgmunich. „Die Kunden suchen immer häufiger Partner, die ihnen die komplette Palette anbieten.“ Einige Dienstleister hätten die Geschäftsausweitung auch strategisch vorangetrieben, sagt Oettl. Der Lohn: neue Wachstumschancen.

Die sucht auch Nils Bogdol, Geschäftsführer der Nils Bogdol GmbH aus Holdorf bei Oldenburg. „Meine Vision: 15 000 Mitarbeiter, 130 Mill. Euro Umsatz“, beschreibt er knapp sein Ziel für die Zukunft. Momentan erwirtschaften seine 3400 Beschäftigten jährlich Erlöse in Höhe von 36 Mill. Euro. Und schon das ist ein Vielfaches gegenüber 1996. In dem Jahr startete das Unternehmen als reiner Gebäudereiniger.

Mittlerweile ist auch Bogdols Produktpalette deutlich breiter gefächert. Der Anstoß für die Ausweitung kam aus einer Not heraus: Als vor zehn Jahren viele neue Facility-Management-Dienstleister auf den Markt strömten, stellten sie sich mit ihrem Angebot zwischen Gebäudereiniger Bogdol und seine Kunden. „Wir waren abgekoppelt und nur noch Drittlieferer“, erinnert er sich. Deshalb wandelte er seine Firma einfach zum Facility-Management-Unternehmen. Nun reinigen Bogdols Mitarbeiter nicht mehr nur, sondern übernehmen auch technische Arbeiten wie die Wartung der Lüftungsanlage oder kaufmännische Aufgaben wie das Abwickeln von Mietzahlungen.

Für Dienstleister liegt der Vorteil der Geschäftsausweitung auf der Hand. Wenn sie einmal einen Fuß in der Tür eines Kunden haben, können sie ihm immer weitere Services verkaufen. Das kann bis hin zu einem Rundum-Sorglos-Paket gehen, wie es Bogdol und viele Konkurrenten anbieten. Die Kunden haben als Ansprechpartner einen Objektmanager, der für sie alle Arbeiten organisiert und managt. Das soll nicht nur den Service erhöhen, sondern vor allem auch Overhead-Kosten in der Verwaltung sparen.

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