Facility Management
Firmen machen Energiesparen zur Chefsache

Der Klimaschutz hat die Facility-Management-Branche erreicht. Energiesparen ist nicht nur gut für das Unternehmens-Image, sondern motiviert auch die Mitarbeiter. Zudem schlummert in vielen Firmengebäuden ein enormes Sparpotenzial. In vier Bereichen können Unternehmen Energie und Energiekosten sparen.

STUTTGART. Ihre Mittagspause verbringen die Mitarbeiter von Boehringer Ingelheim in Biberach gern in luftiger Atmosphäre: Auf zwei Plattformen inmitten eines fünfstöckigen Glasbaus entspannen sie sich beim Mittagessen. Egal ob außerhalb des Atriums die Sonne brennt oder ein eisiger Wind weht: Drinnen bleibt die Temperatur konstant bei 20 Grad Celsius. Und das ohne Klimaanlage. So hat der Pharmahersteller nicht nur 150 000 Euro an Investitionen gespart. Auch die Betriebskosten des Gebäudes sind gering. Der Grund: Bis zu 6 000 Kubikmeter Frischluft strömen täglich in den Glasinnenhof – über ferngesteuerte Fenster im Dach. Der Luftzug, den die Mitarbeiter in den Schwebecafes spüren, hat mit maximal einem halben Meter pro Sekunde Schrittgeschwindigkeit. „Es fühlt sich an, als ob ein Mensch vorübergeht“, sagt Wilhelm Wahl, Chef der Firma Heldele, die das Naturkühlsystem entwickelt hat.

Der Klimaschutz hat die Facility-Management-Branche erreicht. Energiesparen ist gut für das Unternehmens-Image und motiviert Mitarbeiter. Zudem schlummert in vielen Firmengebäuden ein enormes Sparpotenzial, weiß Torsten Henzelmann, Berater bei Roland Berger. Unternehmen können in vier Bereichen Energie und Energiekosten sparen, zählt Henzelmann auf: Mit effizienter Erzeugung, intelligenter Verteilung, neuartigen Anwendungen und mit einer Verhaltensänderung der Mitarbeiter.

Der Automatisierungsspezialist Festo zum Beispiel hat das erkannt und nutzt an seinen Produktions-Standorten im saarländischen St. Ingbert und im schwäbischen Esslingen die Prozesswärme, die Maschinen im Betrieb abgeben, um etwa Büros und Montagehallen zu heizen. Außerdem spart Festo bei der Verteilung Stromkosten: Zu Arbeitsbeginn, wenn Mitarbeiter die Maschinen starten, schaltet sich die Lüftungsanlage für eine Stunde ab. Der so gedrosselte Verbrauch umgeht den Stromspitzensatz, den sich die Energieversorger extra bezahlen lassen.

Auch Boehringer Ingelheim setzt auf High Tech: Im Atrium ist ein natürliches Raumklima nur mit einer modernen Steuerung möglich. „Hochsensible 2000-Euro-Fühler messen an der Außenseite des Gebäudes die Luftgeschwindigkeit, eine Steuerung öffnet automatisch die Fenster – ganz individuell“, sagt Heldele-Chef Wahl. „Die Luft strömt in den Verbindungsbau.“ So kommt der Glasbau ohne energiefressende Klimaanlage aus.

Damit heiße Sonnenstrahlen nicht durch das Glasdach dringen, spenden motorisierte Rollos Schatten. Im Winter sorgt eine Fußbodenheizung für eine gleich bleibende Temperatur. Heizung, Regeltechnik und Fühler sind miteinander gekoppelt und werden zentral programmiert und gesteuert.

Seite 1:

Firmen machen Energiesparen zur Chefsache

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%