Facility-Manager
Automatisierte Gebäudesteuerung liegt im Trend

Selbstregulierende Licht- und Klimaanlagen sowie Verbrauchsberechnungen auf Knopfdruck sollen Facility-Managern das Leben leichter machen. Gerade als Spezialisten können viele Mittelständler punkten und vom wachsenden Interesse der Gebäudedienstleister an Automationstechnik profitieren.

KÖLN. Das Airrail Center am Frankfurter Flughafenbahnhof ist bereits in der Außenansicht eine spektakuläre Immobilie, sein Spitzname: das "liegende Hochhaus". Wie ein gläserner Riesenwurm stülpt sich der turmhohe Bau auf einer Strecke von 660 Metern über die Bahngleise. Damit der Neubau mit 140 000 Quadratmetern Fläche lebendig wird, braucht er ein zentrales Nervensystem, das tausende Lampen, hunderte von Türen, Lüftungsanlagen und Jalousien zentral steuert. Ein großer Auftrag - für den eine vergleichsweise kleine Firma den Zuschlag bekam.

Die Hermos AG mit Hauptsitz im bayerischen Mistelgau hat sich als Spezialist für Automatisierungslösungen in der Gebäudewirtschaft und der Industrie einen Namen gemacht. Dennoch ist der Auftrag aus Frankfurt für den Mittelständler eine große Hausnummer. Für 13 Mio. Euro rüstet Hermos das Airrail Center mit intelligenter Steuerungstechnik aus. Zum Vergleich: Der Gesamtumsatz des 340 Mitarbeiter starken Unternehmens betrug im vergangenen Jahr 36 Millionen Euro. "Das ist einer der größten Aufträge unserer Firmengeschichte", sagt Vorstand Dieter Herrmannsdörfer. Der Mittelständler ist stolz auf den Großauftrag, schließlich ist namhafte und weitaus größere Konkurrenz wie der Weltkonzern Siemens auf dem Markt der Gebäudeautomation unterwegs.

Doch gerade als Spezialisten können viele Mittelständler punkten und vom wachsenden Interesse der Gebäudedienstleister an Automationstechnik profitieren. "Die Gebäudeautomation ist zwar noch kein Massenmarkt, aber eindeutig ein Wachstumsmarkt", sagt Jürgen Nitschke vom Institut für Energie und Gebäude (ieg) an der Georg-Simon-Ohm-Hochschule in Nürnberg. Der Wissenschaftler hat in einer Marktstudie 29 Anbieter befragt und ist zu einem klaren Ergebnis gekommen: "Die Kunden achten vor allem auf ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Denn Gebäudeautomation soll vor allem Kosten sparen."

Und weil die Energiepreise steigen, wird die intelligente Steuerung der Haustechnik für Firmen und Kommunen immer interessanter. Mit tageslichtabhängigem Dimmen der Raumbeleuchtung beispielsweise lässt sich bis zu 50 Prozent der Beleuchtungsenergie einsparen. Das hat eine Studie des Instituts für Gebäude- und Energiesysteme an der Hochschule Biberach ergeben. Fast genauso viel Energie können Sensoren sparen, mit deren Hilfe das Licht nur dann angeschaltet bleibt, wenn tatsächlich jemand im Raum ist.

"In großen Unternehmen spielen Investitionen in solche Techniken bereits nach fünf Jahren ihre Kosten ein", sagt Nitschke. Denn intelligente Heizsysteme, Fensterüberwachungen, ferngesteuerte Jalousien und IT-gesteuerte Klimatechnik senken die Stromkosten erheblich. Rund 150 Anbieter für solche Automationslösungen gibt es auf dem Markt, darunter viele Spezialisten und nur wenige Generalisten. "Die größte Nachfrage besteht bei preiswerten Lösungen, die bereits in der Bauphase unkompliziert integriert werden können", sagt Nitschke.

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