Facility Manager
"Künftig nur zwei Anbietergruppen"

Vor einigen Jahren war der Markt für Facility Manager noch geprägt von kleinen und mittleren Anbietern, die Gebäudereinigung und-sicherheit übernahmen. Doch seit einigen Jahren drängen große Unternehmen mit neuen Services auf den Markt. Lünendonk-Geschäftsführer Jörg Hossenfelder erklärt im Interview, wie die Branche sich verändert hat.

Handelsblatt: Herr Hossenfelder, Sie beobachten den Facility Management- Markt nun bereits seit sieben Jahren. Welches sind die augenfälligsten Veränderungen der Branche?

Hossenfelder: Vor einigen Jahren war der Markt noch geprägt von kleinen und mittelgroßen Anbietern, die einfache Dienstleistungen wie Gebäudereinigung, Gebäudesicherheit und Catering übernahmen. Dann zeichnete sich eine tiefgreifende strukturelle Änderung ab: Große Facility Manager haben ihr Portfolio in den vergangenen Jahren um technische Services erweitert. Außerdem drängen neue Unternehmen in den Markt: Bauunternehmen und ausländische Konzerne dehnen ihr Dienstleistungsangebot auf den deutschen Facility-Management-Markt aus und verbinden das Gebäudemanagement mit weiteren Dienstleistungen aus ihrem Portfolio.

Wie wirkt sich das Auftreten dieser neuen Anbieter denn auf die hierzulande etablierten Unternehmen aus?

Der Markteintritt der Bauunternehmen und Großkonzernen steht im Zusammenhang mit einer weiteren Entwicklung im Facility Management: der Nachfrage nach Komplettangeboten. Insbesondere Kunden in der Finanz- und der IT- Branche sowie im Handel fragen verstärkt umfassende Dienstleistungsangebote aus einer Hand nach. Sie lagern nahezu alles aus, was nicht zu ihren Kernkompetenzen gehört. Facility-Management- Anbieter beschränken sich daher längst nicht mehr auf ihre angestammten Dienstleistungen, sondern bieten zunehmend auch technische und kaufmännische Leistungen an. Das Know-How für diese Dienstleistungspakete kaufen sie auch durch Fusionen und Übernahmen zu.

Wird die Finanzkrise diese Entwicklung Ihrer Meinung nach verstärken?

Derzeit schrauben viele Kunden in der Krise zunächst ihre Aufträge an externe Dienstleister zurück. Das ist aber ein kurzfristiger Trend. Mittelfristig werden die Erfahrungen aus der Wirtschaftskrise dazu führen, dass viele Kunden ihre Betriebe verschlanken. Und sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren, um Kosten zu senken. Flexibilität und Outsourcing entwickeln sich für diese Unternehmen zu wichtigen Themen.

Die Facility-Management-Branche kann also von der derzeit allgemein schwierigen Wirtschaftslage profitieren?

Profitieren ist vielleicht nicht das richtige Wort. Natürlich spüren auch die Gebäudemanager die schwierige Wirtschaftslage. Besonders Dienstleister, die sich auf Branchen wie die Automobilindustrie spezialisiert haben, verlieren Kunden und unterliegen einem enormen Preisdruck. Facility-Management-Anbieter können aber gestärkt aus der Krise hervorgehen, wenn sie sich jetzt richtig positionieren. Und sich künftig nicht auf Immobilien konzentrieren, sondern den Kunden auch Alternativen für deren Kernprozesse anbieten. Sobald die Konjunktur wieder anzieht, wird Bewegung in den Markt kommen. Aus der Krise wird der Markt für Facility Management insgesamt gestärkt hervorgehen.

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