Facility Manager
Mit neuer Kompetenz in der Krise bestehen

Facility Manager wollen ihre Kunden in der schwierigen Wirtschaftslage mit Komplettangeboten überzeugen, vor allem kleine Gebäudemanagement-Unternehmen ergänzen ihr Angebot um technisches und kaufmännisches Know-how. Indes rechnet die Branche mit einer weiteren Konsolidierung – wer von der Entwicklung profitieren könnte.

BREMEN. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge betrachtet Jens Koenen derzeit die Auswirkungen der Wirtschaftskrise. Der Leiter für Marketing und Geschäftsentwicklung bei der Hectas Gebäudedienste Stiftung & Co. KG in Wuppertal sieht einerseits Produktionsstopps und Kurzarbeit in der Automobilindustrie, unter denen der Facility-Management-Dienstleister leidet: „Wir haben viele Zulieferer als Kunden“, sagt Koenen. „Wenn dort ganze Werke stillgelegt werden, fallen auch die Reinigungs- und Sicherheitsdienste der Gebäude weg - und das wirkt sich natürlich auf unser Geschäft aus.“ Andererseits steigt in anderen Branchen der Bedarf an Gebäudemanagement, weil sich Unternehmen unter dem wirtschaftlichen Druck auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Und Aufgaben rund um ihre Immobilien outsourcen, um Kosten zu senken. „Eine Wachstumsbranche ist beispielsweise der gesamte Gesundheitssektor“, sagt Koenen, der für die Hectas Gebäudedienste gute Geschäftszahlen prognostiziert. „Wir werden auch in diesem und im kommenden Jahr weiter wachsen."

Die aktuelle Wirtschaftskrise sorgt in der Facility Management-Branche für Hoffen und Bangen zugleich: Einerseits verlieren die Dienstleister mit der steigenden Anzahl von Insolvenzen Kunden. Andererseits lagern Firmen ihr Gebäudemanagement verstärkt an externe Dienstleister aus, um zu sparen.

Experten rechnen mit einem Konsolidierungsschub, von dem vor allem breit aufgestellte Facility-Management-Unternehmen und kleine Nischenanbieter profitieren könnten. „Der Markt für Gebäudemanagement-Dienstleistungen wird insgesamt kleiner", prophezeit Bernd Hafensteiner, Unternehmensberater bei der Droege & Comp. Financial Advisors GmbH in Düsseldorf. „Aber einzelne Unternehmen, die breit aufgestellt sind, werden sich zunehmend größere Marktanteile sichern.“ Großes Potential sieht Hafensteiner insbesondere im technischen Facility Management, während die Leistungsbereiche Reinigung und Versorgung bereits zu über 90 Prozent fremd vergeben seien.

Mit dem krisenbedingten Kostendruck werde zugleich ein Konsolidierungsprozess in Gang gebracht, dessen Auswirkungen im zweiten Halbjahr deutlich zu spüren sein werden, schätzt Berater Hafensteiner. „Nur große Komplett-Anbieter und Dienstleister mit speziellem Know-how können gestärkt in Preisverhandlungen gehen und werden diese Entwicklung überleben.“ Ein mittelständisches Facility Management-Unternehmen, das sein Produktangebot in den letzten Jahren bewusst ausgebaut hat, ist die ray group im niedersächsischen Holdorf. Als Gebäudereiniger gestartet, bietet das Unternehmen mittlerweile auch technische und kaufmännische Dienstleistungen zum Gebäudemanagement an. „Wir haben kaum noch Kunden, die vereinzelte Kompetenzen abfragen“, sagt Geschäftsführer Nils Bogdol. „Ich sehe die Zukunft der Branche deshalb im Komplett-Facility-Management.“ Derzeit stehe das Unternehmen in Verhandlungen mit einer großen Einzelhandelskette. „Dort wünscht man sich überregional für alle Filialen nur einen Ansprechpartner, der das gesamte Facility Management übernimmt.“ Im vergangenen Jahr steigerte die ray group ihren Umsatz um fünf Prozent auf 38 Mio. Euro und will laut Bogdol trotz Wirtschaftskrise weiter wachsen. Dass die Krise Facility Managern mehr Chancen als Risiken bietet, erwartet auch Rolf-Dieter Schlaubitz, Geschäftsführer der Adlershof Facility Management GmbH in Berlin. Der kleine Anbieter mit 33 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 4,6 Millionen Euro bewirtschaftet die Gebäude von 300 Kleinunternehmen und Gründerfirmen, die im Berliner Technologiepark Adlershof angesiedelt sind. „In Krisenzeiten trennen sich Unternehmen aus Kostengründen vom Immobilienmanagement“, sagt Schlaubitz. „Der Outsourcing-Trend wird sich deshalb weiter fortsetzen.“ Zudem plant Schlaubitz, seine Spezialkenntnisse im technischen Gebäudemanagement weiter auszubauen.

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