Factoring
Forderungen versilbern

Der Verkauf von Unternehmensforderungen an Factoring-Unternehmen oder verbrieft als forderungsbesicherte Wertpapiere wächst. Durch Factoring kommen Unternehmen mit einer Abschlagszahlung schneller an ihr Geld und sind gegen Ausfall abgesichert. Doch trotz zunehmender Verbreitung kritisieren kleinere Unternehmen die Möglichkeiten als zu starr und aufwendig. In diese Bresche springt nun ein neuer Anbieter, der mit dem Ankauf von Einzelforderungen groß werden will.

FRANKFURT. Seit Ende April kauft die Skonto AG mit Sitz in Iserlohn Forderungen zwischen 5 000 und 80 000 Euro an. „Wir wollten ein Modell, das es ermöglicht, dass Unternehmen immer dann, wenn sie Geld brauchen, einzelne Forderungen verkaufen können“, sagt Gründer Dietrich Walther, der ehemalige Hauptaktionär der Risikokapitalfirma Gold Zack, dem Handelsblatt. In Neue-Markt-Zeiten setzte Walther auf Beteiligungen und Börsengänge. Gold Zack wurde später insolvent. 2001 gründete er die private Hochschule BiTS. Aus dieser wiederum hat sich der neue Anbieter ausgegründet.

Die angekauften Forderungen bündelt Skonto in eine Art Pool, den die WestLB in Irland aufgesetzt hat. Darauf werden forderungsbesicherte Wertpapiere begeben, was von der Struktur her den Asset-Backed-Commercial-Paper-Programme von Banken ähnelt. Der Unterschied ist, dass das Unternehmen Einzelforderungen unregelmäßig oder einmalig verkaufen kann.

Größere Flexibilität beim Forderungsverkauf fordern Finanzierungsexperten und Unternehmen schon länger. „Es würde sehr viel Sinn machen für Kleinstunternehmen, über den Verkauf von einzelnen Handelsforderungen Liquidität mobilisieren zu können“, sagt Dieter Glüder, der bei der KfW Bankengruppe den Bereich Verbriefung verantwortet. Man müsse jedoch schauen, ob das Geschäftsmodell eines neuen Anbieters funktioniere.

Noch in diesem Jahr will Walther, der der größte Einzelaktionär bei Skonto ist, auf ein Ankaufvolumen von einer Mrd. Euro kommen. Der Ankauf der Forderungen von Unternehmen mit einem Umsatz zwischen 2,5 und 50 Mill. Euro geschieht zu einem Abschlag. Je nach Restlaufzeit des Zahlungsziels liegt dieser zwischen 2,9 Prozent bei 30 Tagen und 3,9 Prozent bei 60 Tagen.

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