Fahrtenmanagment
Tourenplanung zahlt sich aus

Effizient geplante Transport-Routen sparen viel Zeit und Geld. Der hohe Preis von Routing-Systemen schreckt dennoch viele Unternehmer von Profilösungen ab. Internetbasiertes Flottenmanagement macht Tourenplanung für Mittelständler erschwinglicher. Und für ganz kleine Firmen reichen oft sogar neue Navigationsgeräte.

KÖLN. Wenn eine Ladung Tomaten von Spanien nach Süddeutschland unterwegs ist, kommt es für die Essener ILD Logistik auf effiziente Abläufe an. Der mittelständische Spediteur, der vorwiegend Frischwaren transportiert, muss das Gemüse sofort abholen und zu festen Terminen ausliefern: "Früher war das ein ziemliches Ratespiel, bei dem einiges schiefgehen konnte", sagt Ralf Ducho, Fuhrparkleiter bei ILD. Heute sieht er auf seinem Bildschirm, welcher LKW gerade in der Nähe der Ladestelle ist und den Transport übernehmen kann.

Seit zwei Jahren arbeiten Ducho und seine Disponenten dazu mit einer Routing-Software. Das Programm empfängt laufend Ortungskoordinaten, Fahrtrichtung und Geschwindigkeit der LKW und zeigt sie auf einer Europakarte an. Die digitale Fahrerkarte sendet zugleich Informationen über Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer an die Zentrale. So ist der Fuhrparkleiter stets im Bilde, wo sich seine Fahrzeuge befinden und welcher LKW auf der Rückfahrt noch Waren mitnehmen kann: "Wir vermeiden Leerfahrten und Umwege. Denn die bezahlt kein Kunde."

Was aus großen Speditionen nicht mehr weg zu denken ist, rentiert sich also auch für kleine Transporteure oder Mittelständler: "Transporte wirtschaftlich abzuwickeln ist für alle interessant, egal ob man fünf oder 1 000 Fahrzeuge betreibt", sagt Ralf Forcher, Geschäftsführer der Daimler Fleetboard GmbH, einem Anbieter internetbasierter Flottenmanagement-Systeme. Gerade Web-Lösungen seien für mittelgroße Betriebe attraktiv, weil sie die anfänglichen Investitionskosten überschaubar halten und sich durch Einsparungen anderswo schnell amortisieren.

Abstriche müssen die Disponenten bei der Internet-Variante kaum machen: Alle Fahrzeuge werden mit entsprechender Hardware ausgestattet, die Daten wie Fahrzeugposition, Tourverlauf, durchschnittliche Geschwindigkeit und Gesamtgewicht an das Rechenzentrum überträgt. Die Disponenten greifen über den Internetbrowser auf die Informationen zu - und wissen so jederzeit über den aktuellen Status ihres Fuhrparks Bescheid. "Der Informationsfluss zwischen Disposition, Fahrer und Fahrzeug wird präziser und die Touren produktiver", sagt Anbieter Forcher. So könne der Disponent Fahrten planen und sie per Mausklick an das Endgerät im LKW schicken. Der Fahrer kann auch Lade- und Lieferadressen in die Navigation übernehmen und mit einem Barcode-Scanner sicherstellen, dass er die richtigen Packstücke dabei hat.

Bei Frischwaren-Transporteur ILD Logistik meldet die installierte Hardware, der so genannte Car-PC, sogar noch den Fahrzeugstatus der LKW an Fahrer und Zentrale. Sensoren am Tankdeckel, an der Laderaumtür und im Inneren warnen vor Benzin- und Ladungsverlust sowie Problemen mit der Kühlanlage. "Diese Kommunikation ist unbezahlbar", sagt Fuhrparkleiter Ducho. "Unterwegs kann schließlich jederzeit etwas Unvorhersehbares geschehen. Mit dem Car-PC-System wissen wir automatisch Bescheid, können eingreifen und Schlimmeres verhindern."

Auch ILD hat das System nicht gekauft, sondern als Internet-Lösung gemietet. Die Kosten liegen inklusive der Peripherie im Fahrzeug bei etwa 100 Euro im Monat. In Duchos Augen lohnt sich die Investition: 500 Euro spart der Fuhrparkleiter pro LKW und Monat: "Und jede Menge Ärger." Sogar die Versicherung honoriert die zusätzliche Sicherheit durch das CarPC-System: Die Prämien sanken beträchtlich.

Nicht nur bei LKW-Transporten lohnt sich die Tourenplanung. Auch Außendienst-Touren oder Montage-Fahrten lassen sich optimieren. Hier reicht meist schon ein einfaches Navigationsgerät zur Flottensteuerung: Die neueste Generation der Co-Piloten lässt sich nämlich per Mobilfunk an die Fuhrparksoftware koppeln und meldet der Firmenzentrale dann laufend, wo die Firmenwagen gerade unterwegs sind und welchen Auftrag ihre Fahrer erledigen. So hat der Chef seinen Außendienst nicht nur im Blick, er kann auch optimale Strecken berechnen und kurzfristige Besuche an einen Mitarbeiter in unmittelbarer Kundennähe übergeben.

Auch dafür müssen Unternehmer nicht tief in die Firmenkasse greifen: Navigationsgeräte mit Tourenfunktion sind bereits ab etwa 300 Euro pro Stück erhältlich. Sie machen professionelle Fahrtenplanung auch für Handwerker und kleine Betriebe erschwinglich. Als Leasing-Variante sind die Systeme ab etwa 55 Euro pro Monat und Fahrzeug zu haben. Die Flottensoftware ist dann schon mit dabei.

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