Fairer Interessenausgleich
Konfliktlösung in Familienunternehmen

Familienunternehmen stellen das Rückgrat der deutschen Wirtschaft dar. Bei dieser Unternehmenskategorie sind zwei soziale Systeme, Familie einerseits und Unternehmen andererseits, eng miteinander verflochten.

Diese Symbiose kann einen entscheidenden Erfolgsfaktor bedeuten, wenn die Familie harmoniert. Denn Familienmitglieder sind viel eher als reine Geschäftsführer oder Finanzinvestoren bereit, eigene Belange, etwa in puncto Rücklagenbildung, hintanzustellen.

Familienunternehmen sind jedoch besonders konfliktgefährdet. Insbesondere dann, wenn einzelne Gesellschafter geschäftsführend tätig sind, andere nicht. Dadurch entstehen zwei „Klassen“ von Gesellschaftern mit naturgemäß unterschiedlichen Interessen. Streitigkeiten, wie der Fall Tchibo zeigt, sind dadurch geradezu programmiert. Zudem werden selbst sachbezogene Konflikte in einer Familie eher emotional ausgetragen mit oft fataler „Lagerbildung“ und Neigung zur Polarisierung oder Schwarz-Weiß-Malerei. Hinzu kommt, dass die Gründergeneration den Interessen des Unternehmens Vorrang vor den persönlichen Interessen der Familie eingeräumt hat.

Infolge dieses Primates, das gerade die jüngere Generation immer weniger zu akzeptieren bereit ist, wird der einzelne Gesellschafter im Gesellschaftsvertrag traditionell fast „entmündigt“. Beispielsweise dadurch, dass er über seinen Anteil nicht verfügen darf, auf viele Jahre hinaus nicht kündigen kann, seine Informationsrechte weitestmöglich ausgeschlossen sind und Gewinne fast vollständig thesauriert werden. Oft sind die Rechte von Minderheits-Gesellschaftern durch Stiftungslösungen, Testamentsvollstreckung oder durch Delegation an andere Gesellschaftsorgane noch weiter ein-geschränkt.

Kein Wunder, dass diese in den letzten Jahren immer öfter in die Rolle des „lästigen Gesellschafters“ geschlüpft sind, um mit Hilfe findiger Anwälte ihr vorzeitiges Ausscheiden zu einer möglichst hohen Abfindung durch eine „Politik der Nadelstiche“ zu erzwingen. Zum üblichen Repertoire der „Folterinstrumente“ gehören die Verunsicherung der Geschäftsführung durch laufende Kritik wegen angeblicher Managementfehler, eine Flut von Auskunftsbegehren oder die Blockierung von Gesellschafterbeschlüssen, die eine qualifizierte Stimmenmehrheit erfordern wie z.B. Kapitalerhöhungen, Rechtsformwechsel, Akquisitionen, Änderungen des Gesellschaftsvertrages oder die Ausübung von Bilanzierungswahlrechten (die bei Personengesellschaften mangels abweichender Regelung sogar nur einstimmig erfolgen kann!).

Seite 1:

Konfliktlösung in Familienunternehmen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%