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Fall Bavaria Yacht: Risiko-Deals erleiden Schiffbruch

exklusiv Dem auf dem Höhepunkt des Private-Equity-Booms vom Finanzinvestor Bain Capital erworbenen Yachtbauer Bavaria droht die Insolvenz. Ende Juli müsse Bavaria die nächste fällige Zinszahlung leisten. „Das Unternehmen kann das nicht schultern“, warnte ein Insider.

Bavaria Yacht: Opfer einer "Heuschrecke". Quelle: dpa
Bavaria Yacht: Opfer einer "Heuschrecke". Quelle: dpa

FRANKFURT. „Wenn man keine Lösung findet, kommt es wohl zur Insolvenz.“ Zwei weitere Insider bestätigten, die Beteiligten versuchten mit Hochdruck, sich auf eine Bilanzrestrukturierung zu einigen. Jährlich muss Bavaria Branchenkreisen zufolge Zinslasten von 60 bis 70 Mio. Euro schultern. Bavaria Yacht und Bain Capital lehnten eine Stellungnahme ab.

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Die Bavaria-Yacht-Transaktion steht wie kaum eine andere für die Exzesse der Finanzinvestoren in Deutschland. Getrieben durch billige Kredite, hatten Finanzinvestoren 2006 und 2007 ihren Übernahmezielen immer höhere Schulden aufgehalst. Angesichts der drastischen Rezession ist bei vielen dieser Firmen nun der Eigenkapitalpuffer für Verluste knapp. Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) warnte bereits im Dezember 2008, dass die Zahl der Insolvenzen bei Firmen im Eigentum von Finanzinvestoren steigen wird.

„In den vergangenen drei Jahren wurden viele hochpreisige Deals abgeschlossen“, sagt Wolfgang Biedermann, Chef des auf Restrukturierungsfälle spezialisierten Investors H.I.G. Capital. Ein anderer Branchenexperte ergänzt: „Man kann davon ausgehen, dass viele der Private-Equity-Deals der Jahres 2006 und 2007 in Probleme kommen.“

Zu den regelmäßig kolportierten Fällen exzessiver Verschuldung gehören unter anderem der Kauf von ProSiebenSat.1 durch Permira und KRR sowie die Übernahme von Kion durch Goldman Sachs und KKR genannt. Die beteiligten Häuser weisen substanzielle Probleme allerdings zurück. Bereits in der Restrukturierung befindet sich der Dachhersteller Monier, der von PAI Partners übernommen wurde. Andere Firmen wie TMD Friction mussten schon Insolvenz anmelden.

Wie ein zusätzlicher Mühlstein wirkt die hohe Verschuldung, wenn in der Rezession auch noch das Geschäft einbricht. Beim Bootsbauer Bavaria beispielsweise ist der Umsatz um 50 bis 60 Prozent abgestürzt. Ende 2008 musste bereits der Rivale Dehler Insolvenz anmelden. Der italienische Edelyachten-Bauer Ferretti – ein Investment des Bain-Rivalen Candover – schrammte kürzlich nur knapp an der Pleite vorbei.

Die Bavaria-Yacht-Übernahme war der letzte größere Private-Equity-Deal vor dem Ausbruch der Finanzkrise. Bain zahlte dem Unternehmensgründer Winfried Herrmann rund 1,1 Mrd. Euro, was mehr als dem 12-Fachen des operativen Gewinns (Ebitda) entspricht. Konkurrenten wie CVC Capital oder Doughty Hanson hatten bis zuletzt mitgeboten. Andere waren ausgestiegen, weil sie die Höhe des Kaufpreises für unvertretbar hielten. Bavaria, 1978 gegründet, gilt operativ im Vergleich zu Konkurrenten sogar noch als relativ gut aufgestellt. Dennoch droht die Firma unter der Schuldenlast zu kippen. „Das war aus heutiger Sicht viel zu aggressiv“, räumte ein Insider ein.

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