Familie und Beruf
Selbstständig und familienfreundlich?

Können Unternehmer oder Selbstständige Familie und Beruf besser vereinbaren, als abhängig Beschäftigte? Einiges deutet darauf hin, aber nach wie vor gründen mehr Männer ein Unternehmen oder eine Existenz. Doch weibliche Selbstständige sind meistens höher qualifiziert.

DÜSSELDORF. Astrid Schulte teilt sich ihre Zeit als Geschäftsführerin bei Bellybutton familienfreundlich ein. Ob aber Unternehmer oder Selbstständige Familie und Beruf immer besser vereinbaren können, als abhängig Beschäftigte, ist auch unter Experten eine offene und auch „heiß diskutierte Frage“, weiß Christiane Friederich, Projektmanagerin bei der bundesweiten Gründerinnenagentur in Stuttgart (BGA).

„Die Selbstständigkeit ist eine Option und das ist das wichtige“, sagt Friederich. Frank Wallau, Geschäftsführer des Instituts für Mittelstandsforschung ist sich dagegen sicher: „Aus Gesprächen wissen wir, dass vor allem Frauen sich häufig selbstständig machen, weil sie dann flexibler auch auf familiäre Bedürfnisse eingehen können.“

Quantitative Ergebnisse zu den Beweggründen Selbstständiger existieren kaum. Ein Blick in die Statistik männlicher und weiblicher Gründer gibt aber ein paar Hinweise: Nach wie vor gründen mehr Männer ein Unternehmen oder eine Existenz. Der Anteil der Frauen bewegt sich im Schnitt um die 30 Prozent-Marke herum (siehe Grafik). Nach BGA-Angaben sind rund zwei Drittel der selbstständigen Frauen zwischen 35 und 64 Jahre alt. Frauen streben die Selbstständigkeit offenbar oft erst nach einigen Jahren abhängiger Beschäftigung oder nach einer Familien- oder Elternzeit an.

Darüber hinaus bilden Akademikerinnen die größte Gruppe unter den weiblichen Selbstständigen, während bei den Männern eher die Meister oder Techniker zu den gründungsfreudigsten zählen. Eine mögliche Schlussfolgerung der BGA: Hochqualifizierte Frauen können „ihre Qualifikation nicht adäquat in eine abhängige berufliche Laufbahn einbringen“ und wählen dann die Selbstständigkeit.

Aufschluss gibt auch ein Blick auf die Statistik erwerbstätiger Frauen, gegliedert nach dem Alter ihrer jeweiligen Kinder: Eine knappe Mehrheit (53 Prozent) der Selbstständigen hat Kinder unter 18 Jahren, während diese Gruppe bei abhängig Beschäftigten mit 23 Prozent eine Minderheit bildet.

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